„Bild“-Macher sind einfach nicht zu toppen

"taz" siegt im Gerichtsstreit mit "Bild" - so lautete am Donnerstag die Headline eines Sonder-Newsletters von MEEDIA. Das gab die Nachricht korrekt wieder: Der BGH hatte in einem seit 2005 laufenden Rechtskonflikt in letzter Instanz dem linken "David" der Medienwelt gegenüber Goliath Springer Recht gegeben. Der umstrittene Kino-Spot der "taz" darf weiter ausgestrahlt werden. Überraschung: Das passiert auch, und zuallererst ausgerechnet bei Bild.de - mit einer überraschenden Headline.

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„taz“ siegt im Gerichtsstreit mit „Bild“ – so lautete am Donnerstag die Headline eines Sonder-Newsletters von MEEDIA. Das gab die Nachricht korrekt wieder: Der BGH hatte in einem seit 2005 laufenden Rechtskonflikt in letzter Instanz dem linken „David“ der Medienwelt gegenüber Goliath Springer Recht gegeben. Der umstrittene Kino-Spot der „taz“ darf weiter ausgestrahlt werden. Überraschung: Das passiert auch, und zuallererst ausgerechnet bei Bild.de – mit einer überraschenden Headline.
Das Bild.de-Team unter Chefredakteur Manfred Hart frohlockte: „Berliner ‚tageszeitung‘ darf mit ‚BILD‘ werben.“ Das ist doch toll, entspricht der Wahrheit jedoch ungefähr so wie die Formulierung „Merkel holt die FDP in die Regierung.“ Merke: Gegen „Bild“ kann man eine Schlacht gewinnen, aber keinen Krieg. Und wenn doch, merkt es kaum einer.
Dass sich das Verhältnis von Europas größtem Boulevard-Blatt unter Chefredakteur und neuerdings „taz“-Gesellschafter Kai Diekmann zur „tageszeitung“ allerdings auch deutlich entspannt hat, zeigt sich daran, dass Bild.de den zuvor verklagten (und übrigens preisgekrönten) Kino-Spot nun selbst zeigt. Und der ist einfach witzig.
Dass die humorlose Klage des Konzerns überhaupt angestrengt wurde, ist, wie man aus Berlin hört, von Anfang an im eigenen Haus umstritten gewesen. Immerhin siegte „Bild“ in zwei Instanzen, was wohl der Tatsache geschuldet ist, dass vergleichende Werbung in der Republik seit jeher verpönt ist. Vielleicht gibt es nach dem höchstrichterlichen Spruch künftig mehr davon, was immerhin belegen würde: Print wirkt. Auch im Video.

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