Google liefert YouTube-Daten an Urheber

Google kommt der Unterhaltungsindustrie weiter entgegen: Mit der Installation eines "Content ID"-Systems werden weitaus mehr Nutzerdaten für den Videodienst YouTube an Inhalte-Anbieter ausgeliefert als bislang. Das Internet-Unternehmen zählt inzwischen über tausend "Partner", die das Tool-Paket für Rechte-Management und Nutzerforschung einsetzen. Der Schritt zielt offensichtlich darauf, Urheberrechtsstreitigkeiten vor allem mit Musikfirmen einzudämmen und gleichzeitig die Einnahmen zu erhöhen.

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Die „Content ID“-Software – in Verbindung mit einer großen Datenbank – erlaubt unter anderem, die illegale Nutzung von Inhalten zu verfolgen und darauf zu reagieren, zum Beispiel durch Sperren der Videos oder auch durch rechtliche Schritte. Im Rahmen des Analyse-Tools „YouTube Insight“ werden den Partnern jetzt ebenso umfangreiche Statistiken über die Videonutzung angeboten wie den jeweiligen Uploadern eines Films. Zu den Daten gehören auch demographische Informationen über die Nutzer. 
Das Fachblog NewTeeVee berichtet, dass das System schon jetzt verstärkt zum „geoblocking“ eingesetzt wird, als zum Sperren von Videos für bestimmte Regionen. Das kommt der Veröffentlichungspolitik der Musikindustrie entgegen, nicht aber den Wünschen der meisten YouTube-Nutzer. NewTeeVee  erfuhr auch, dass Google regelmäßig „legacy scans“ der gesamten Bibliothek durchführt, um zum Beispiel Kopien von geschützten Inhalten zu ermitteln. Solche Maßnahmen sollen die immer noch fragliche „Monetarisierung“ der teuren Videoseite unterstützen. 
Das Wachstum von YouTube geht unterdessen ungebremst weiter: Nach frischen ComScore-Zahlen für den August wurden in den USA 10 Milliarden YouTube-Videos angesehen – eine glatte Milliarde mehr als im Juli.

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