Dogan-Strafe nochmals drastisch erhöht

Zuspitzung im Kampf zwischen den türkischen Behörden und der größten Mediengruppe des Landes: Dogan Yayin ist aufgefordert worden, binnen 15 Tagen eine Summe von umgerechnet 3,2 Milliarden Dollar bereitzustellen, um eine Steuerstrafe zu zahlen. Anlass der Rekordstrafe ist unter anderem die etwa 10-prozentige Beteiligung des Axel Springer Verlags an Dogan ("Hürriyet", "Milliyet").

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Als eigentlicher Hintergrund gilt aber der politische Konflikt zwischen der islamistischen Regierung des Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan und den eher westlich orientierten Medien des Verlegers Aydin Dogan.
 Die ursprünglich verlangte Summe von etwa 2,5 Milliarden Dollar, zusammengesetzt aus Steuerschulden und Strafen, hat sich offenbar wegen Verzugszinsen drastisch erhöht. Die „Financial Times“ zitiert einen hochrangigen Dogan-Journalisten: „Das zielt auf unsere Existenz.“ Auf 2,5 Milliarden Dollar wird in etwa der Wert der gesamten Dogan-Holding geschätzt. Erdogan hat jede Einflussnahme abgestritten, der Fall wird jedoch in ganz Europa als mögliche Bedrohung der Pressefreiheit in der Türkei diskutiert.

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