SEO: Google-Tipps für Medienmacher

Noch immer gilt Suchmaschinenoptimierung unter Journalisten als zeitraubend und sinnlos. Die Rollen scheinen klar verteilt: Redakteure schreiben Texte, und Vermarkter machen "Search Engine Optimization", kurz SEO. Eine grundsätzlich falsche Annahme. Immerhin wollen Sie doch, dass Ihre Texte gelesen werden. Dann sorgen Sie auch dafür, dass Sie gefunden werden. MEEDIA nennt die wichtigsten Tipps und erklärt, warum Sie im Google-Zeitalter statt "die Waffe des Täters" besser "die Tatwaffe" schreiben sollten.

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Für die einen ist es Hexenwerk, für die andere das Mittel aller Dinge: SEO, zu Deutsch „Suchmaschinenoptimierung“. Natürlich ist es nicht die Aufgabe von Redakteuren, Websites und Content zu vermarkten. Sie sollen den Inhalte produzieren, der sich im nächsten Schritt vermarkten lässt. Doch Sie können einiges dafür tun, Ihre Werke einen breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Grob – und sehr pragmatisch – formuliert sind vier Faktoren verantwortlich für einen guten Platz im Ranking der Suchmaschinen. Der SEO-Experte Michael Sattler hat dafür eine eingängige Formel entwickelt: COLT.

Content (Inhalt): Ihre Website braucht gute, d.h. lesens- und verlinkenswerte Inhalte! Dabei sollten Sie auch nicht Ihr Google-Ranking im Hinterkopf haben. Schreiben Sie gut über Dinge, von denen Sie Ahnung haben.
Optimization (Optimierung): Ihre Website muss suchmaschinen- und benutzerfreundlich programmiert sein! Wenn Sie das nicht selbst erledigen können, besorgen Sie sich einen findigen Programmierer.
Links (Verlinkung): Ihre Website muss gut im Web verlinkt sein! Damit sind eingehende und ausgehende Links gemeint. Verlinken Sie auf thematisch relevante Beiträge und Seiten. Und sorgen Sie dafür, dass andere auf Ihre Seite verlinken.
Time (Zeit): Ein gutes Ranking braucht seine Zeit. Es ist wie im richtigen Leben: Wer jung ist, wird nicht ernst genommen. Google’s Vertrauen (und damit das Ranking) steigt mit dem Alter. Das gilt für Ihre Domain, für Ihre Webseiten und für alle Links! Produzieren Sie also permanent guten Content, verlinken auf relevante Seiten und optimieren Ihre Seite, so zahlt sich das auch aus.

Wie können User meinen Artikel besser finden?
Um mehr User auf Ihren Artikel zu locken, müssen Sie sich in Sie hineinversetzen. Denken Sie nach: Wonach würden Sie zu bestimmen Themen suchen? Auf welchen Wegen könnten User die Seite finden? Und was müssen Sie in Ihrem Artikel finden?

Nehmen Sie sich also etwas Zeit, um die richtigen Suchbegriffe für Ihr Thema herauszufinden. Schauen Sie sich auf den Seiten Ihrer Konkurrenten um. Mit welchen Keywords arbeiten sie? Achten Sie bei der Auswahl der Keywords auch auf sprachliche Feinheiten. Sehr hilfreiche sind Keyword-Tools, die auf Basis von Statistiken verwandte Begriffe suchen, Das Google Adwords Keyword Tool beispielsweise.

Wie schreibe ich Texte SEO-konform?
Suchmaschinenoptimierung hin oder her. Natürlich dürfen Sie Ihre Leser dabei nicht vergessen. Deshalb: Liefern Sie regelmäßig informative, exklusive Texte. Das lockt neue User auf die Seite und erhöht die Glaubwürdigkeit. Das wiederum erhöht Ihren Platz im Suchmaschinenranking.

Präzise Überschriften helfen den Suchmaschinencrawlern außerdem, das Thema einer Seite korrekt zu bestimmen. In der Dachzeile sollten Sie das wichtigste Keyword verwenden, im eigentlichen Titel sollten Sie prägnante Keywords aus dem relevanten Themenkomplex aufgreifen.

Da Suchmaschinen sich nicht wirklich für Grammatik interessieren, sollten Sie einen ungeschickten Satzbau vermeiden und krude Wortformen vermeiden. Dazu gehört beispielsweise auch die Vermeidung des Genitivs. Niemand sucht nach der „Waffe des Täters“, sondern nach der „Tatwaffe“.

Die wichtigsten Begriffe zum Thema sollten weit vorne im Texte stehen. Umso wichtiger werden die Keywords von Suchmaschinen gewertet. Suchbegriffe, die im ersten Abschnitt einer Seite stehen, werden höher gewichtet als Suchbegriffe im letzten Abschnitt. Das ist vor allem wichtig, wenn Texte auf mehrere Seiten produziert werden.

Wenn Ihr Text mehreren Themen anschneidet, sollten diese auch auf mehreren Seiten erscheinen. Werden Sie auf einer Seite vermengt, erschwert das Suchmaschinen die Indexierung der Website zu einem bestimmten Themenkomplex.

Suchmaschinen möchten lesen. Eine geeignete Menge an Text pro Seite wären mindestens 200 Wörter, maximal 1500 Wörter. Alles, was darüber liegt, sollte auf eine zweite Seite umgebrochen werden. Allerdings wird diese von den Suchmaschinen weniger hoch gewertet.

Wichtige Infos sollten in Textform vorliegen. Datei-Downloads, Flashgrafiken und Bilder sind für Google kaum sinnvoll lesbar.

Halten Sie Ihre Texte aktuell. Niemand sucht nach alten News. Wenn nötig, erweitern Sie einen bestehenden Text. Seiten, die häufig und regelmäßig aktualisiert werden, sind für Suchmaschinen interessanter als solche, deren letzte Aktualisierung bereits einige Monate oder sogar Jahre zurückliegt. Es kann also durchaus hilfreich sein, eine Sektion mit aktuellen News oder auch ein Blog mit regelmäßig neuen Beiträgen einzubinden. Auch werden aktualisierte Seiten häufiger von den Suchmaschinencrawlern besucht und können neue Inhalte somit schneller in den Index kriegen.

Wie optimiere ich Bilder für Suchmaschinen?
Suchmaschinen können nur Text lesen. Was also tun bei Bildern? Ganz einfach: Verwenden Sie Dateinamen, die direkt mit dem Thema verwandt sind. Bei einem Text zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr empfiehlt sich also ein Dateiname wie „afghanistan-bundeswehr.jpg“ anstatt „afghanistan09.jpg“.

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