ddp & AP: Druck auf dpa wächst

Die US-Nachrichtenagentur Associated Press plant offenbar, ihr Deutschland-Geschäft an den Deutschen Depeschendienst (ddp) zu verkaufen. Laut taz.de könnte in Kürze ein Letter of Intent unterzeichnet werden. Sollte es tatsächlich zu der Transaktion kommen, würde der dpa ein starker Konkurrent erwachsen. Die neue Nachrichtenagentur könnte aus einer Hand und deutlich günstiger als die dpa Meldungen aus dem In- und Ausland anbieten.

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Die dpa steht seit geraumer Zeit unter Druck. Die Zeitungskrise und die Herausforderungen durch das Internet haben der größten deutschen Nachrichtenagentur stark zugesetzt.

Erste Zeitungsverlage haben der veränderten Situation auf dem Informationsmarkt Taten folgen lassen. Im Dezember 2008 sorgte die WAZ-Gruppe in der Branche für Aufsehen, als die Zeitungen des Verlags auf die Dienste der dpa verzichteten. Die Redaktionen der WAZ-Gruppe schreiben die Meldungen fortan selbst oder nutzen günstigeres Material von ddp und Agence France Presse (AFP). Im Januar 2009 hat dann auch das WAZ-Portal DerWesten den Vertrag mit der dpa gekündigt.

Bisher mussten Redaktionen, die die dpa gekündigt haben, meist noch eine weitere Agentur neben der günstigen ddp nutzen, um die Auslandsberichterstattung abzudecken. Sollte ddp tatsächlich in Deutschland mit der AP zusammengehen, würde auch auf dem Feld der Auslandsberichterstattung eine mächtige und preiswerte dpa-Konkurrenz entstehen.

Neben dem deutschen AP-Dienst steht auch seit längerem der französische Service zum Verkauf. Mangels Nachfrage könnte AP diesen laut taz.de dem Käufer der deutschen Dependence als Dreingabe gratis dazugeben.

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