Buchholz und Welte – die Twitter-Bilanz

Tag eins der Messe der Internet-Vermarkter Dmexco in Köln. Mit Gruner + Jahr Vorstandschef Bernd Buchholz und Burda-Vorstand Philipp Welte gaben sich am Eröffnungstag gleich zwei Print-Schwergewichte die Ehre. Buchholz hielt sogar die Keynote. Umso eifriger wurden die beiden Verlagsbosse von der Online-Gemeinde beobachtet. MEEDIA hat die prägnantesten Twitter-Kommentare zu den Auftritten von Bernd Buchholz und Philipp Welte zusammengetragen.

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G+J-Chef Buchholz hielt die Keynote zum Thema Digital Content auf der Dmexco. Sein Auftritt wurde bei Twitter eher kritisch begleitet. @MatthiasSchwenk notierte: „Buchholz fand, dass es auf den Netzwerken und in SL keine reine Lehre des Content gäbe, wie bei G+J.“ Schwenk schrieb auch: „Mit dem erhobenen Zeigefinger wird er die verlorenen Umsätze nicht wieder einfangen können.“ Während Buchholz in seiner Rede Relevanz als das entscheidende Kriterium bei Qualitätsmedien einforderte, lief über Twitter der Kommentar von PickiHH: „Lieber Herr Buchholz: ja, bitte, machen Sie zukünftig aus Informationen relevantes Wissen. Bisher war das ja nicht so. Danke.“

Auch „Zeit Online“-Chef Wolfgang Blau (@wblau) kommentierte die Rede von Buchholz via Twitter. Seine Einschätzung: „Bernd Buchholz bekämpft Positionen, die keiner mehr vertritt. Schattenboxen.“ Kurz darauf scheint Wolfgang Blau mal eben vor die Tür gegangen zu sein, natürlich twitternd: „Auf der Dmexco geht man nicht ins Freie, um durchzuatmen, sondern um ein Handysignal zu ergattern.“

Twitter-Nutzer @ralfscharnhorst notierte die Buchholz’sche Prognose: „Mobile Vermarktung geschätzt 12 Mio. Umsatz und 90% Wachstum bis 2011, EMS Marktführer.“ Worauf @ESC100 seinen Senf dazugab: „Zu viel Eigenwerbung, die Buchholz macht – das nervt.“ Neben der Eigenwerbung war vor allem die Kritik von Buchholz an Facebook Thema. @mauisurfer25: „Oh, je. Für Buchholz hat Facebook keine eigene Relevanz. Hinkender Vgl. mit SL.“ @ralfscharnhorst: „G+J Buchholz: Facebook ist nur eine Technologie, wir machen Medien-Inhalte (und damit kleine Themen-Communities). Mancher war auch von der Art des Vortrages irritiert. @tkkinstant: „Bernd Buchholz spricht zwischendrin immer von sich in der 3. Person. Irritierend.“

Etwas weniger Twitter-Aufmerksamkeit zog Philipp Welte auf sich. Der Burda-Vorstand diskutierte mit Telekom-Manager Harald Eisenächer zum Thema „How to monetarize editorial content“ – mithin die Gretchenfrage für Inhalte-Lieferanten im Web. Vielfach getwittert wurde Weltes Zitat „Man konkurriert nicht mehr mit 6.000 Zeitschriften sondern mit über 60 Millionen Websites.“ Und sein Print-Glaubensbekenntnis, das u.a. von @klauseck verbreitet wurde: „Es gibt kein schöneres Medium als die Zeitschrift.“ Klaus Eck setzte allerdings noch ein relativierendes „Wirklich?“ hinter das Zitat. @jawl notierte, dass Welte auf eine zügige Umsetzung des Leistungsschutzrechtes in der nächsten Legislaturperiode hofft. Ganz im Sinne seines Verlegers Hubert Burda.

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