Tarifrunde: Die Streichliste der Verlage

Nach der ersten Verhandlungsrunde um neue Tarifverträge für die Zeitschriften-Branche hat der deutsche Journalisten-Verband (DJV) die Verleger kritisiert. Das Verlangen der Arbeitgeber nach umfangreichen Absenkungen der Mantelverträge wiesen DJV und die Gewerkschaft ver.di zurück. Der Verhandlungsführer des Journalistenverbandes, Kajo Döhring, erklärte nach dem Treffen, die Verleger planten "den Frontalangriff auf den Flächentarifvertrag". MEEDIA listet auf, welche Leistungen künftig wegfallen sollen.

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Döhring sagte ferner, dass die Summe der Einzelforderungen der Arbeitgeber zu „massiven Einbußen für die rund 9.000 Redakteurinnen und Redakteure führen“ würden. Die Forderungen der Verleger für den Abschluss eines neuen Manteltarifvertrags sehen eine Reihe von Zugeständnissen und Kürzungen vor.
Im Einzelnen:

– sollen Weihnachts- und Urlaubsgeld zusammengeführt werden und insgesamt ein Monatsgehalt ausmachen,
– soll die Wochenarbeitszeit von derzeit 36 auf 40 Stunden steigen oder flexibel zwischen 38 und 42 Stunden geregelt werden,
– sollen die Kündigungsfristen auf das gesetzliche Mindestmaß zurückgeführt werden,
– soll der Zuschuss zum Krankengeld ab der siebten Woche abgeschafft werden,
– soll die Kontoführungsgebühr gestrichen werden,
– soll es nur noch Freizeit für berufsbedingte Umzüge geben,
– soll die Frist für den Freizeitausgleich von derzeit acht Wochen ausgedehnt werden,
– wollen die Verleger bei Neueinstellungen keine Beiträge mehr für die Presseversorgung zahlen,
Der letzte Punkt verärgert die Arbeitnehmervertreter besonders. "Die Altersversorgung der Journalisten ist keine verzichtbare Kür, sondern ein Grundpfeiler der sozialen Absicherung", sagte DJV-Verhandlungsführer Döhring. "Das Fazit lautet: länger arbeiten bei weniger Geld und abgesenkter Altersversorgung."
Die zweite Tarifrunde wurde für den 23. November in Hamburg vereinbart.

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