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Murdoch zieht gegen Berlusconi vor Gericht

Der italienische "Fernsehkrieg" zwischen Ministerpräsident Silvio Berlusconi (zugleich TV-Unternehmer mit Mediaset) und Medienmogul Rupert Murdoch spitzt sich zu: Murdochs Bezahlsender Sky Italia klagt in Mailand gegen Mediaset-Firmen, die sich geweigert haben sollen, Sky-Werbung zu senden. Zuvor hatte u.a. Murdochs "Times" ausführlich über Berlusconis Frauengeschichten berichtet. In Rom wird – unabhängig davon – am Samstag eine Demonstration gegen Berlusconis Medienpolitik erwartet.

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„Süddeutsche“ und „FAZ“ widmen dem Medien-Machtkampf und Berlusconis Feldzug gegen opponierende Zeitungen große Korrespondentenberichte. Die „FAZ“ zeichnet den Konflikt nach und führt viele Belege dafür an, wie der Ministerpräsident versucht, den Rivalen Murdoch mit allen Mitteln vom Markt zu drängen – so offensichtlich, dass sogar den vorwiegend linken Berlusconi-Kritikern nichts übrig bleibt, als mit dem erzkonservativen Murdoch zu sympathisieren.

Einige Zeitungen aus Murdochs Presse-Reich, u.a. die britische „Times“ hatten ausführlich und kritisch über Berlusconis ausufernde Frauengeschichten berichtet – offenbar sehr zum Missfallen des italienischen Staatsoberhauptes.

Die „SZ“ wiederum erzählt die Geschichte von Chefredakteur Vittorio Feltri, der die Zeitung „Il Giornale“ zum „Kampfblatt für Berlusconi“ geformt habe. Feltri unterstützt den Bruder seines Verlegers – Paolo Berlusconi übernahm den Posten formal – etwa bei dessen anstehenden Millionen-Klagen gegen die Zeitungen „La Repubblica“ und „L’Unità“, von denen sich Silvio Berlusconi wegen Berichten zu dessen Lebenswandel diffamiert fühlt.

Zugleich protestierten am Donnerstag internationale Journalistenverbände gegen Berlusconi. Dieser habe seine politische und wirtschaftliche Macht gebraucht, um „Informationen in Italien und der Europäischen Union mundtot zu machen“, hieß es, laut dpa, in einem Flugblatt, das am Rande des Sondergipfels der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel verteilt wurde.

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