Google versteigert Bannerwerbung

Der Internetkonzern Google steigt ins Geschäft mit grafischer Werbung ein. Auf Doubleclick Ad Exchange bietet Google gemeinsam mit der Tochter DoubleClick Webseitenbetreibern an, freie Werbeflächen anzubieten, die von Werbetreibenden nachgefragt werden. Die Buchung erfolgt nach dem Auktionsprinzip. Im Gespräch mit "FAZ"-Netzökonom Holger Schmidt erklärte Google-Manager Laurent Cordier: "Jeder Werbeplatz bekommt dann seinen eigenen Preis, und zwar das jeweils höchste Gebot in diesem Moment."

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Googles Ziel ist es, das Geschäft mit Banner-Werbung anzukurbeln. Bad News für Yahoo-Tochter Right Media und Adscale in Deutschland, die bislang gute Geschäfte mit der Versteigerung von Online-Werbeflächen gemacht haben. Wie Schmidt in seinem „FAZ“-Blog schreibt, hätten Gespräche unter den vier deutschen Vermarktern Tomorrow Focus, IP Deutschland, SevenOne Media und Gruner + Jahr EMS eine Targeting-Allianz stattgefunden. Auch unter anderen Vermarktern seien Kooperationen geplant, da fast alle Anbieter auf dem Markt ihr Heil in einer möglichst großen Reichweite sähen.

Googles Cordier sagt für Doubleclick Ad Exchange unterdessen einen ähnlichen Erfolg voraus, wie für das Suchmaschinenmarketing: „Als wir das Auktionssystem für das Suchmaschinenmarketing gestartet haben, ist das Geschäft sehr schnell gewachsen, weil die Werbetreibenden jeder Werbung einen exakten Wert zumessen konnten. Der Marktplatz wird nun den gleichen Effekt bringen: Der Werbetreibende kann jeder Werbeauslieferung einen Wert beimessen.“ Der wesentliche Faktor sei das Echtzeit-Auktionssystem, sagte Cordier.

Der neue Marktplatz soll laut Cordier sowohl für Webseitenbetreiber als auch für werbetreibende Unternehmen Vorteile bringen: „Die Seitenbetreiber erhöhen damit ihre Umsätze und die Werbetreibenden können die Reichweiten für ihre Kampagnen leichter buchen.“

Cordier verspricht sich darüber hinaus einen positiven Effekt für das deutsche Geschäft mit Banner-Werbung in Deutschland. Diese sei ziemlich unübersichtlich: „Die Werbekunden blicken nicht mehr durch und investieren daher weniger in Display-Werbung. Auf der anderen Seite ist die Reichweite vieler Seiten stark gewachsen, aber die Hälfte des Inventars wird überhaupt nicht oder nur zu sehr geringen Preisen verkauft. Es gibt also ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf diesem Markt. Eine Analogie: Ein Flugzeug fliegt mit vielen Sitzen, die entweder leer bleiben oder ganz billig verkauft werden, während am Gate noch viele Menschen warten. Wir glauben, dass dieses System verbessert werden kann. Unsere Technologie kann helfen, dem Display-Markt zu einem schnelleren Wachstum zu verhelfen“, sagte Cordier.

An den Auktionen sollen alle Nutzer der Google-AdWords- und AdSense-Systeme. „Alle Adwords-Advertiser haben Zugang zum Inventar auf dem Marktplatz und können damit ihre Reichweite erhöhen“, sagte Cordier. Damit solle eine entsprechende Liquidität geschaffen werden. Generell solle das Angebot aber für alle Werbetreibenden und Werbevermarktern offen stehen, wie die „FTD“ berichtet.

Google hatte DoubleClick im Frühjahr 2007 für etwa 3 Milliarden Dollar gekauft. Die Investition könnte sich durch die technische Expertise des Anbieters für Online-Marketing-Lösungen jetzt auszahlen.

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