Das lukrative Web-Geschäft mit der Liebe

Es gibt kaum ein Netz-Marktsegment, in dem sich die deutschen Großverlage besser aufgestellt haben, als bei der Partnervermittlung. Mit Parship.de und ElitePartner.de kontrollieren Holtzbrinck bzw. Burda die beiden größten Online-Agenturen. Beide Portale verzeichnen kräftigte Zuwachsraten, arbeiten profitabel und fahren Millionen Umsätze ein. Kein Wunder also, dass die Tomorrow Focus AG die EliteMedianet GmbH komplett schluckte und das gerade auch die Samwers ein eigenes Portal starteten.

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Für die hundertprozentige Kontrolle von ElitePartner.de greift die Tomorrow Focus AG tief in die Tasche. 13 Millionen Euro sind ihr die letzten 36,93 Prozent wert. Zwanzig Prozent wurden von den Gründungsgeschäftsführern Arne Kahlke, Sören Kress sowie von der Elitemedianet Beteiligungs GbR übernommen, weitere 16,93 Prozent von Burda Digital Ventures. Kahlke und Kress bleiben weiterhin als Geschäftsführer für die Gesellschaft tätig. Durch die Übernahme kontrolliert Tomorrow Focus-CEO Christoph Schuh jetzt alle Anteile an dem Portal. Der Deal steht aber noch unter einem Finanzierungs- sowie unter einem Gremienvorbehalt.

ElitePartner wurde vor fünf Jahren gegründet und verzeichnet über eine Million Mitglieder. Im ersten Halbjahr 2009 wuchs die Zahl der zahlenden Kunden deutlich zweistellig.

Noch bessere Zahlen kann Parship.de vorlegen. Die Holtzbrinck-Beteiligung konnte im vergangenen Jahr den Umsatz auf 53 Millionen Euro steigern und ist mittlerweile in 13 europäischen Ländern vertreten. Sich selbst bezeichnet das Portal als Europas größte Online-Partneragentur. Gerade verließ allerdings Erfolgsmanager Arndt Roller Europas die Web-Company. Sein Nachfolger wird Peter F.Schmidt, seit 2006 Geschäftsführer von mobile.de und Vizepräsident von eBay Classifieds Group.

Parship.de und ElitePartner wenden sich vorwiegend an Akademiker und basieren auf einem umfangreichen Persönlichkeitstest. Vor der Partnersuche müssen die Mitglieder einen langen Fragebogen ausfüllen. Anhand der Antworten ermittelt ein Computer-System dann passende Dates bzw. potentielle Traumfrauen oder –männer. Damit heben sich diese Angebote ganz klar von klassischen Flirtbörsen wie Friendscout24 ab.

Mit eDarling bekommen Holtzbrinck und Burda nun aber einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Denn hinter dem Portal stehen die Seriengründer Marc, Alexander und Oliver Samwer. Die drei wissen, wie man solch eine Plattform aufbaut, denn pikanter Weise sind sie auch an Holtzbrincks Parship beteiligt.

Alle drei Player setzten auf ein Abo-Modell. Damit beweisen sie, dass im Flirt-Sektor Paid-Content ein Erfolgsmodell ist. 2007 sollen alleine die deutschen Web-Singlebörsen einen Umsatz von rund 65,6 Millionen Euro erwirtschaftet haben.

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