Führungswechsel im Vermarkterranking

Nach dreieinhalb Jahren hat Vermarkter United Internet Media erstmals wieder die Führung im AGOF-Ranking verloren. Mit einem Verlust von 2,4% auf nun 19,76 Mio. Unique User pro Monat musste sich das Unternehmen dem Konkurrenten Interactive Media CCSP geschlagen geben, der mit einem Plus von 9,2% auf 20,71 Mio. kletterte. Im Angebote-Ranking führt weiterhin T-Online, gefolgt von Web.de und MSN.de. Bei den sozialen Netzwerken baut wer-kennt-wen.de seinen Vorsprung aus.

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Bleiben wir aber erstmal noch kurz bei den Vermarktern. Im vierten Quartal 2005 lag United Internet Media zuletzt hinter Interactive Media, seitdem gab es in jedem Quartal Platz 1 für den Vermarkter solcher Websites wie Web.de und GMX. Vorstand Matthias Ehrlich gibt sich dennoch positiv: „Eine Top-Reichweite ist nur noch eines von vielen Kriterien, das bei der Mediaplanung ausschlaggebend ist. Neben Reichweiten in kürzeren Zeiträumen wie „in der Woche“ oder „am Tag“ als entscheidendes Reichweiten-Benchmark ist die Gesamtvermarkterleistung in den Vordergrund gerückt, angefangen von Service, Konzept- und Beratungsqualität bis hin zur Stimmigkeit des Angebotsportfolios, Innovationskraft bei Produkten und Formaten und vor allem leistungsstarker Mediatechnologie“, sagt Ehrlich. Und: bei der „für Buchungen relevanten Wochenreichweite“ liege United Internet Media mit 12,21 Mio. Nutzern weiterhin vorn. Der neuen Nummer 1 Interactive Media dürften diese Aussagen egal sein, hier wird sicher etwas gefeiert.

Auf den Plätzen 3 bis 5 bleibt hingegen alles beim Alten: SevenOne, Tomorrow Focus und AOL Media Netzwerk heißen die Verfolger der Top 2. Und: SevenOne Media ist mit 19,23 Mio. Unique Usern auch schon gefährlich nach an United Internet Media herangerückt. Die größten Gewinner in der Vermarkter-Top-25 sind freeXmedia (+15,8%) und Glam Media (+35,1%), am deutlichsten verloren hat im Vergleich zum vorigen Quartal G+J Electronic Media Sales (-15,7%):

Dank der jahrelangen Dominanz von T-Online im Angebote-Ranking führt Interactive Media nun also in beiden wichtigen Listen. T-Online büßte nur leichte 1,6% ein und führt mit 15,90 Mio. Unique Usern weiterhin klar vor Web.de (12,98 Mio.) und MSN.de (10,63 Mio.). Auch Yahoo! bleibt weiterhin über der 10-Mio.-Marke.

In der immer viel beachteten Branche der sozialen Netzwerke führt weiterhin wer-kennt-wen.de mit 6,38 Mio. vor StudiVZ (5,33 Mio.) und MySpace.de (5.03 Mio.). Dahinter wird es allerdings interessant, denn innerhalb des VZ-Trios könnte es demnächst zu einem Positionswechsel kommen: MeinVZ gewinnt 11,3% hinzu und liegt mit 4,42 Mio. Unique Usern nur noch knapp hinter SchülerVZ (4,47 Mio.).

Das bizarre Plus von N24.de werden Sie in der Tabelle schon entdeckt haben. Natürlich ist das kein echtes Wachstum, sondern der Tatsache geschuldet, dass N24.de sich seit Kurzem nur noch gemeinsam mit der Fragen-Community wer-weiss-was ausweisen lässt. Nach der IVW betrifft das nun auch die AGOF. Zur Einordnung noch einmal die Zahlen aus dem ersten Quartal 2009: N24.de lag da bei 0,70 Mio. Unique Usern, wer-weiss-was bei 4,63 Mio. Beide zusammen kommen nun auf 5,24 Mio. Ehrlicher wäre wohl, dass Konstrukt als wer-weiss-was auszuweisen, denn die 0,70 Mio. Unique User sehen eher wie ein Beiboot aus als die 4,63 Mio. Wie auch immer, mit dem künstlichen Plus von 648,6% führt N24.de natürlich auch das Aufsteiger-Ranking an. Die ehrlicheren Gewinner heißen dahinter wetter.com, Maxdome, WetterOnline und RTL.de:

Größter Verlierer war im zweiten Quartal Vodafone.de, das 52,6% der Vorquartals-Nutzer einbüßte, ebenfalls deutlich verloren haben billiger.de, arcor.de, Ciao.de und preisvergleich.de:

Das Ranking der Angebote, die zum ersten Mal in der AGOF-Analyse vertreten sind, wird von der Personensuchmaschine 123people.de angeführt. Mit 2,72 Mio. Unique Usern schob sie sich vor heise online, das – obwohl seit vielen Jahren bei der IVW dabei – jetzt erst seine AGOF-Premiere feiert. Ergänzt wird die Top 5 der Rookies durch das Netzwerk qwertz, die Auto-Community motor-talk.de und Jetztspielen.de:

Hinweis: Eine gesonderte Analyse zum Nachrichten-Markt finden Sie an dieser Stelle.

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