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Der Song Contest soll emotionaler werden

Stefan Raab und Vertreter von ARD und ProSiebenSat.1 stellten in Köln Details zur Kooperation beim nächsten Eurovision Song Contest in Oslo vor. Es wird insgesamt acht Sendungen geben. Fünf Vorauswahl-Shows und das Halbfinale laufen bei ProSieben, das Viertelfinale und das Finale bei der ARD. Insgesamt kommen 20 Kandidaten in das Casting. Die Shows laufen im Februar und März 2010 jeweils um 20.15 Uhr. Raab: "Das ist eine Aufgabe von historischer Tragweite, vergleichbar nur mit dem Fall des Eisernen Vorhangs."

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Die ungewöhnliche Kooperation zwischen der öffentlich-rechtlichen ARD und dem Privatsender ProSieben war mehr als einmal Anlass für nette Frotzeleien auf der Pressekonferenz. Neben Raab und NDR-Intendant Lutz Marmor nahmen noch ProSiebenSat.1-Vorstand Andreas Bartl, der beim NDR für den Song Contest verantwortliche Thomas Schreiber, 1Live-Wellenchef Jochen Rausch und die ProSieben-Unterhaltungschefin Christiane Teich an der Pressekonferenz teil.

Auf die Frage, ob denn die ARD auch einen Teil von Raabs Honorar zahlen würde, antwortete dieser, dass man darüber noch gar nicht gesprochen habe: „Aber ich weiß auch gar nicht, ob die ARD sich das leisten könnte. Die kann sich ja noch nicht mal den Pilawa leisten“, sagte Raab mit breitem Grinsen. NDR-Intendant Lutz Marmor konterte: „Gut wenn er mit dieser Einstellung in die Verhandlungen geht.“

Von den zwischenzeitlichen Unstimmigkeiten zwischen den beiden TV-Partnern wollte diesmal keiner mehr etwas wissen. Immerhin gab Raab dem NDR zu Beginn erst einmal einen Korb. Es habe nie Irritationen gegeben, teilte Raab jetzt kurz angebunden mit. ARD-Chef Peter Boudgoust habe bei ihm wegen der Schnelligkeit seiner Entscheidungen ohnehin nur noch den Spitznamen „Speedy Gonzales“. Raab versprach, den Song Contest zu einem emotionalen TV-Ereignis zu machen. Raab: „Es geht nicht darum, den Wettbewerb zu gewinnen, sondern Spaß zu haben. Aber ein Platz unter den ersten zehn sollte man schon anvisieren.“ Nur eine einzige Sendung zur Vorauswahl zu machen, bezeichnete Raab als „verschenkt“. Mit mehreren Shows könne das Publikum viel mehr emotional einbezogen werden und mit dem eigenen Kandidaten später mitfiebern.

Gesucht werden nun unbekannte Künstler aller musikalischer Genres. Bedingung ist lediglich, dass der oder die Teilnehmer zum Zeitpunkt des Castings mindestens 18 Jahre alt sind. Die Jury wird aus Raab und zwei weiteren, wechselnden Leuten aus der Musik- und Entertainmentbranche bestehen. Welche, das steht noch nicht fest. Laut Raab peilt man die Crème de la Crème des deutschen Popgeschäfts an. Die Zuschauer werden sowohl über das Weiterkommen der Künstler als auch über die Songs selbst entscheiden dürfen. Im Finale des Vorentscheids werden sich zwei Künstler gegenüber stehen, für die extra verschiedene Lieder geschrieben werden. Raab wollte nicht ausschließen, dass er auch ein Lied beisteuern würde. Das käme aber ganz darauf an, ob ihm etwas einfalle, was gut genug ist.

Die Vorauswahl findet unter dem Namen „Unser Star für Oslo 2010“ statt. Die Kosten der Sendungen übernimmt der jeweilige Sender, das Bühnenbild wird geteilt. Einbezogen in das Casting sind auch die Popwellen der ARD. Raabs eigene Casting-Show, der „Bundesvision Song Contest“ bei ProSieben soll im nächsten Jahr trotzdem stattfinden, wird aber verschoben. Statt fast parallel zum Eurovision Song Contest wird der „Bundesvision Song Contest“ dann im Herbst ausgetragen.

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