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„Handelsblatt“ erfindet sich als Tabloid neu

Aus Sicht eines Kommunikationsberaters hat das "Handelsblatt" alles richtig gemacht: Seit Monaten wird spekuliert, vermeldet und dementiert, dass die Wirtschaftszeitung vom Nordischen Format auf Tabloid wechseln würde. Jetzt endlich ist es laut "Süddeutsche Zeitung" amtlich: Der Umbau kommt am 2. November. Damit erst gar nicht der Eindruck entsteht, die Schrumpfkur sei eine versteckte Sparmaßnahme, investiert Chefredakteur Ziesemer die eingesparten Papierkosten postwendend in Farbe und mehr Seiten.

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Der Umfang des neuen „Handelsblatt“ erhöht sich von bislang 32 auf 64 Seiten. Dazu wird die gesamte Zeitung nun in Farbe gedruckt. Vorher wechselten sich bunte und schwarz/weiße Seiten ab. Dritte Änderung: die neue Tabloid-Ausgabe wird geheftet.

Auf beim Wording gibt sich Ziesemer die größte Mühe, jede Assoziation mit Sparmaßnhame, Qualtitätsverlust oder „Häppchen-Journalismus“ a la „Welt kompakt“ zu vermeiden. Deshalb sprechen die „Handelsblatt“-Manger auch nicht vom Tabloid- sondern vom neuen „Business“-Format. „In der Branche werden sich das einige sehr genau anschauen, eben weil der Formatwechsel bei anderen Blättern nicht funktioniert hat“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ den Chefredakteur.

Innerhalb der Zeitung, soll den einzelnen Ressorts keine feste Seitenanzahl mehr zur Verfügung stehen. Je nach Nachrichtenlage, will die Chefredaktion nun die Zeitung aufteilen. Darüber hinaus soll jedoch auch eine thematische Konzentration erfolgen. Ziesemer will sich – laut „SZ“ – stärker auf die Kernthemen Banken, Firmen, Wirtschafts- und Finanzpolitik konzentrieren.

Die Auflage der Wirtschaftszeitung zwang die Verlagsgruppe Handelsblatt nicht zwingend zum Formatwechsel. Im Gesamtverkauf kommt das Blatt auf 138.301 Exemplare. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre verzeichnete das „Handelsblatt“ lediglich ein Minus von drei Prozent.

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