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„Fisch & Fang“ – der Abo-Hecht

Im dritten Teil der MEEDIA-Serie über die stillen Auflagen-Stars der IVW fischen wir in tiefen Special-Interest-Gewässern. Der Paul Parey Verlag aus Singhofen ist spezialisiert auf Nützliches und Wissenswertes zu den Themen Jagen, Fischen und Pferde. Ein Goldstück im Portfolio ist das Angler-Magazin "Fisch & Fang", das seit mittlerweile 50 Jahren erscheint. In den vergangenen fünf Jahren legte "Fisch & Fang" ein Auflagenplus im Einzelverkauf von sagenhaften 46 Prozent hin.

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Der Gesamtverkauf kletterte im selben Zeitraum um 37 Prozent, die Zahl der Abonnenten um 34 Prozent. Gleichzeitig wurde die Zahl der subventionierten sonstigen Verkäufe um 45 Prozent reduziert. Absolute Traumzahlen. Im 2. Quartal 2009 verkaufte „Fisch & Fang“ 71.089 Exemplare, davon 29.737 im Einzelverkauf und 40.508 im Abo.

Betrachtet man den kurzfristigeren Trend der vergangenen zwölf Monate sieht die Wachstumskurve deutlich flacher aus, wachsen kann das Magazin aber immer noch. Hier legte „Fisch & Fang“ im Gesamtverkauf um drei, im Einzelverkauf immerhin um neun Prozent zu.


Ködert Leser mit „Silberlingen“ und „Goldstücken“: „Fisch & Fang“

Was ist das Geheimnis des Erfolges von „Fisch & Fang“? Der Köder, den die angelnde Leserschaft mit Begeisterung schluckt, ist die Heft-DVD. „Einfach eine DVD beilegen kann jeder. Wir produzieren die aber selbst. Wir sind da ein großes Risiko eingegangen und wollen Know-How in einer optimalen Form beilegen“, erläutert Chefredakteur Henning Stühring das Konzept.

Die DVD greift stets Themen auf, die auch im Heft präsent sind. Dabei werden die jeweiligen Stärken des Mediums berücksichtigt. Stühring: „Im Heft ist zum Beispiel eine Zeichnung besser aufgehoben als im Film. Auf der DVD zeigen wir dann, wie ein Köder sich im Wasser bewegt, das ist wiederum in Print schwer zu erklären.“

Anfang seien die eigenen DVD-Produktionen eher semiprofessionel gewesen, gibt der „Fisch & Fang“-Chef zu. Mittlerweile biete man aber echte Fernseh-Qualität. Das stimmt. Die DVD, in Angler-Sprech „Silberling“ genannt, bieten sehr gut gemachte Filme rund um alle möglichen Angler-Themen. Den Fachmann freut‘s, der Fisch-Laie wundert sich. Zum Beispiel wenn dieser Mann im Film seine selbstgebauten Wobbler-Köder erklärt: „Gut gebaute Twitchbait hat eigenartige Aktion. Läuft wie Wobbler bei normalem Einholen und bei Schläge springt er wie verletzte Fisch.“ Alles klar?

Man muss schon sein Herz an die Angel verloren haben, um mit „Fisch & Fang“ etwas anfangen zu können. Als Nicht-Angler kapiert man hier nicht einmal die Anzeigen. Beispiel gefällig: „Behalten Sie auch in kritischen Momenten die Kontrolle: FBI – 7Pi“ oder auch: „Du bist in Norwegen. Das Echolot zeigt Großfisch. Du bist bereit.“ Es sind eben im besten Sinne spezielle Interessen, die hier bei Special Interest bedient werden. „Die eng definierte Zielgruppe lechzt geradezu nach Information. In Sachen Print ist die Zielgruppe schon sehr gut bedient, in Sachen Film da hat noch etwas gefehlt. Da sind wir in eine Lücke gegangen“, so Stühring.

Wobei sich die Print-Inhalte bei „Fisch & Fang“ auch nicht zu verstecken brauchen. Denn eines kapiert auch der Nicht-Angler sofort: Hier sind Menschen am Werk, die viel Herzblut und Sachverstand in ihr Hobby investieren. Der Leser dankt‘s und kauft. Die DVD ist dabei auch ein ausgezeichnetes Abo-Programm. Der Kiosk-Käufer kommt höchstens einmal pro Quartal in den Genuss eines „Silberlings“, der Abonnent erhält mit jeder Ausgabe eine Scheibe: das „Goldstück“, eine DVD mit mindestens 80 Minuten Spieldauer und sechs Filmen pro Ausgabe. „Fisch & Fang“ ist mittlerweile fast schon eine Art Angel-Sparten-Fernsehsender, der kombiniert mit Zeitschrift vertrieben wird.

Die Vielzahl der Abonnenten, die Quote liegt bei deutlich über 50 Prozent, belegt, dass die Strategie funktioniert. Das Verhältnis Vertrieb/Anzeigen, liegt bei „Fisch & Fang“ deutlich auf Vertriebsseite. Ungefähr 60 Prozent der Erlöse kommen vom Heftverkauf, schätzt Stühring: „Wir verdienen am Leser.“

"Fisch & Fang"

Verlag: Paul Parey Zeitschriftenverlag
Erscheinungsweise: monatlich
Website: www.fischundfang.de
Heftpreis: 4,20 Euro
Erfolgsfaktoren: Nah an der Zielgruppe, fundiertes Fachwissen, aufwändig produzierte Heft-DVD, hoher Vertriebsanteil, hohe Abo-Quote

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