Rätselraten um Jörg Pilawas TV-Zukunft

Das Tauziehen von ARD und ZDF um den Alles-Moderierer Jörg Pilawa scheint kein Ende zu nehmen. In dieser Woche wird Jörg Pilawa aus seinem Urlaub zurückerwartet und nun dürfte zeitnah eine Entscheidung fallen. Sowohl bei der ARD als auch beim ZDF ist man mittlerweile irritiert bis angesäuert über Pilawas Zögerlichkeit. Lange sah es so aus, als hätte das ZDF beim Ringen um den Moderator die besseren Karten. Jetzt wird vom Flurfunk aus Mainz kolportiert, der sicher geglaubte Deal könnte geplatzt sein.

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In den oberen ZDF-Etagen, so ist zu hören, wird allerdings weiter davon ausgegangen, dass Pilawa kommt. Sein Zögern beim Unterschreiben des Vertrages sorgt mittlerweile aber für mehr als nur Stirnrunzeln. Vor allem die Chuzpe Pilawas, in einen ausgedehnten Australien-Urlaub aufzubrechen ohne hier oder dort einen Vertrag unterzeichnet zu haben, nahm man mit vernehmbaren Grummeln zur Kenntnis. Anfang der Woche machen nun die Gerüchte die Runde, der Wechsel sei geplatzt. Was wirklich Sache ist, weiß kein Mensch – außer Pilawa selbst.

Sein Wunsch soll sein, weniger zu arbeiten für möglichst mehr Geld. Ein menschlich durchaus verständliches Ansinnen. Dank seiner Beliebtheit beim Publikum dürfte es ihm sogar gelingen, dieses Ziel zu erreichen. Bei der ARD war er mit seiner täglichen Quiz-Show und der Moderation von zahlreichen Prime-Time-Shows, wie dem großen „Geschichts-Test“ oder „Frag doch mal die Maus“, gut ausgelastet. Zusätzlich sollen in dieser Woche Aufnahmen für ein neues Quiz-Format beginnen und Pilawa war zwischenzeitlich auch mal als Nachfolger von Frank Elstner bei „Verstehen Sie Spaß“ im Gespräch.

Nun ist es gut möglich, dass die ARD angesichts des drohenden Wechsels ihres rundum einsetzbaren Publikums-Lieblings ein bisschen nachgebessert und das Arbeitspensum für Pilawa heruntergeschraubt hat. Allerdings soll es aus den Landesfunkhäusern intern verstärkt Stimmen geben, die kritisieren, wie sich die ARD von Pilawa wie ein tapsiger Tanzbär öffentlich an der Nase herumführen lässt. Andererseits braucht man Pilawa bei der ARD fast noch dringender als beim ZDF. Bei der ARD muss ab Oktober das Loch gefüllt werden, das die abgesetzte Serie „Eine für alle“ werktags um 18.50 Uhr hinterlässt. Da könnte man Pilawas Quiz-Show gut gebrauchen. Beim ZDF hätte man Pilawa gerne als prominenten Ersatz für den scheidenden Johannes B. Kerner an einem Abend in der Woche. Kerner talkt Anfang Oktober letztmals für das ZDF, bevor er dann mit einer neuen Show bei Sat.1 auf Sendung geht. Die Stimmungslage bezüglich Pilawa ist in beiden Häusern gemischt. Man hätte ihn gerne, man ärgert sich aber auch über ihn.

Geld ist dabei nicht das Problem. Laut mehreren Veröffentlichungen würde die ARD rund eine Million pro Jahr drauflegen, um Pilawa zu halten. Auch bei den Mainzelmännchen würden Pilawa üppige Schecks winken. Die Frage ist eher: Wo muss er für das viele Geld weniger arbeiten? Beim ZDF soll ihm ein Vertrag vorliegen, der eine wöchentliche Talkshow am späten Abend, Prime-Time-Shows und ein Quiz vorsieht.

Nun dürfte der Urlaubs-Rückkehrer Pilawa ordentlich Druck bekommen, sich zu entscheiden. Rein psychologisch ist das lange Zögern des Umworbenen interessant. In persönlichen Beziehungsfragen sagt man, wenn einer sehr lange zögert, bleibt meistens alles wie es ist. Jörg Pilawa zögert schon sehr lange.

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