Anzeige

NDR: Heinze kaufte eigene Bücher

Die Affäre um die suspendierte Fernsehspielchefin Doris Heinze weitet sich aus. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg: Wie der NDR nun mitteilt, ist es möglich, dass auch Heinze selbst – unter einem Pseudonym – zwei Drehbücher und ein Treatment für den Norddeutschen Rundfunk geschrieben hat. "Der NDR geht deshalb nunmehr davon aus, dass ihm auch ein materieller Schaden entstanden ist", heißt es in einer Mitteilung des Senders.

Anzeige

Weiter erklärt der NDR: „Hätte Frau Heinze den Sachverhalt offengelegt, hätte sie deutlich weniger Honorar erhalten“.

In seiner Mitteilung entschuldigt sich der Sender geradzu, nicht mehr sagen zu können, doch man befinde sich in enger Verbindung mit der Staatsanwaltschaft. „Bei allen öffentlichen Äußerungen müssen wir uns vor diesem Hintergrund sowie dem der voraussichtlich anstehenden arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung ausschließlich auf belegbare Erkenntnisse beschränken“, wird NRD-Sprecher Martin Gartzke zitiert. „Transparenz ist uns wichtig. Gleichzeitig dürfen die Ermittlungen nicht beeinträchtigt werden.“

Im Moment untersucht die Revision des Senders die Arbeit der Fernsehspielchefin.

Doris Heinze wurde ihrem Arbeitgeber, dem Norddeutschen Rundfunk, in der vergangenen Woche von ihren Aufgaben freigestellt, weil sie Drehbücher ihres Ehemannes, die er unter dem Pseudonym Niklas Becker verfasst haben soll, einkaufte und realisierte.

Die interne Aufklärung der Vorgänge wird erschwert durch ein komplexes „System der Vetternwirtschaft“ („SZ“), das die Praktiken der 60-Jährigen verschleiern sollte. Augenscheinlich gibt es Anhaltspunkte, dass Heinze weitere ihr nahestehende Personen begünstigt haben könnte und dass auch Produktionsfirmen in die Affäre verwickelt sind. Zudem überprüft die Innenrevision, ob es in Bezug auf abgerechnete, aber nie gesendete Drehbücher zu Betrugsdelikten gekommen ist.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige