Dieter Bohlen droht mit DSDS-Ausstieg

Sommerloch oder ernste Drohung? Via "Bild" verkündet der "Pop-Titan" heute, dass er sich nicht von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) "den Mund verbieten lassen will". Zum Schutz der Kandidaten hatte die FSF Bohlen zu neuen Richtlinien für seine Kommentare verdonnert. Dessen Reaktion: "Wenn ich die Wahrheit nicht mehr sagen darf, dann macht DSDS keinen Sinn mehr. Dann mache ich lieber ’ne Show im Internet.“ Seinen Nachfolger hat Bohlen auch schon parat: Marcel Reich-Ranicki.

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Bohlens Logik, warum der Literaturkritiker der Richtige für die RTL Show sein: „Wenn jetzt Goethe-Deutsch ohne Wahrheit gefordert ist, dann muss Marcel Reich-Ranicki in der DSDS-Jury sitzen.“ Nach dessen Wut-Rede beim vergangenen Fernsehpreis, muss allerdings bezweifelt werden, dass der Alt-Kritiker zahmer mit den vermeintlich ungebildeten Jugendlichen umgehend wird, die – meistens auch noch schlecht – schnöde Popsongs interpretieren.

Die neuen Richtlinien der FSF umfassen vier Punkte. Nach Informationen der „Bild“ dürfen in der nächsten DSDS-Staffel die Kandidaten nicht mehr durch „beleidigende Kommentare als Personen“ abgewertet werden, beziehungsweise „durch Vergleiche mit Tieren oder Fäkalsprache“. Zweitens dürfen sich die Juroren nicht mehr  über das Aussehen oder die Schwächen der Kandidaten lustig machen oder sie beleidigen oder abwerten.

Als dritte Regel ist es Bohlen & Co. untersagt, sich abwertend über die sexuelle oder religiöse Orientierung der Kandidaten auszulassen. Die vierte Richtlinie verbietet, „Kandidaten, die […] augenscheinlich unfähig sind, Scherze einzuordnen […] durch Kommentare der Jury unter Betonung dieser Schwäche zu beleidigen oder herabzuwürdigen“.

Die FSF-Normen resultieren aus einem Streit zwischen RTL und der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM). Die NLM hatte bereits 2007 fünf Folgen der Casting-Show, vier im  Nachmittagsprogramm und eine in der Primt-Time, beanstandet. Gerade erst kam zu einer außergerichtlichen Einigung zwischen RTL und der Landesmedienanstalt.

Ab Januar soll die neue DSDS-Staffel ausgestrahlt werden. Dann muss der Privatsender jede Folge der Sendung von der FSF absegnen lassen. Stellen die Prüfer einen Verstoß gegen die neuen Richtlinien fest, muss die entsprechende Stelle überpiept oder aus der Sendung entfernt werden.

Bohlen regt sich mächtig über die neuen Regeln auf: „Das ist doch realitätsfremd. Bereits vor 20 Jahren sagte Schimanski im Tatort 70-mal Sch… und ich soll heute keine Fäkalsprache benutzen dürfen?“

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