Medienbranche: Warten auf den Aufschwung

Es sind fürwahr hoffnungsvolle Nachrichten: Die deutsche Wirtschaft wächst wieder, das Konsumklima hellt sich erkennbar auf, es sieht nach nachhaltiger konjunktureller Erholung aus. So gar nicht dazu passen indes die neusten Meldungen aus der Unternehmenslandschaft. Gestern erst enttäuschte mit der WPP-Gruppe einer der weltweit größte Werbekonzerne ebenso bei Vorlage ihrer Halbjahreszahlen ebenso wie TV-Riese RTL. Kommt der erwartete Aufschwung nicht bei den Medienunternehmen an?

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Da passt etwas nicht zusammen: Die Wirtschaft wächst wieder, die Zuversicht bei Deutschlands Verbrauchern kehrt zurück und die Aktienmärkte haussieren. Allein: In der Unternehmenslandschaft der Medien- und Werbebranche sieht es noch ganz anderes aus.

Erst gestern musste Europas größter TV-Konzern, die RTL Group, zweistellige Umsatz- und Gewinnrückgänge eingestehen – die operativen Erträge gaben gar um krachende 37 Prozent nach. Noch schwerer traf eines der größten Werbekonglomerate der Welt: Die britische WPP-Gruppe musste einen Gewinneinbruch von happigen 47 Prozent verkünden. „Die WPP-Zahlen für das erste Halbjahr 2009 fallen klar schwächer aus als erwartet“, kommentierte Citigroup-Analyst Tom Singlehurst das Zahlenwerk.

Medien- und Werbebranche könnte noch dem Aufschwung noch länger hinterher hinken

Die enttäuschenden Zahlen ließen sich mit der Vergangenheit erklären – keine Frage: Das ersten sechs Monate 2009 zählten zum miserabelsten, was Wirtschaftsauguren seit Jahrzehnten gesehen haben. Gewinneinbrüche von historischem Ausmaß, Rekordverluste und immer neue Staatsstützen zählten zum Alltagsvokabular in der Berichterstattung eines jeden Wirtschaftsjournalisten.
 
Dass die Krise trotz der zuletzt hoffnungsvollen Signale aus der Konjunktur zumindest in der Medienbranche noch weitaus länger dauern könnte, lassen die jüngsten Ausblicke erahnen. So rechnet die WPP auch im nächsten Jahr mit keiner nachhaltigen Erholung des Werbemarkts. „Der Ausblick ist ebenfalls düsterer als erhofft“, kommentiert Citigroup-Analyst Singlehurst die schwache Botschaft.

RTL Group-Chef Cherhard Zeiler wollte sich im gestrigen Conference nicht mal zu einer Prognose des nächsten Monats hinreißen lassen. „Wir können die Entwicklung des Werbemarktes einfach nicht abschätzen. Nicht mal im September.“ Optimismus klingt anders.

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