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15 Millionen Euro für Netzer & Co.

Offizielle Watschen für ARD und ZDF: Zum ersten Mal durfte der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) in die Bücher der öffentlich-rechtlichen Sportrechte Agentur SportA blicken. Was die strengen Prüfer dort sahen, hat ihnen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" offenbar gar nicht gefallen. Es stellte sich heraus, dass alleine die ARD zwischen 1999 und 2006 rund 15 Millionen Euro für Experten und Co-Moderatoren wie Fußballkenner Günther Netzer oder Rad-Experte Marcel Wüst ausgeben hatten.

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Von dieser Ausgabenpraxis waren die ORH-Experten wenig begeistert. „Zu den Mitwirkendenvereinbarungen vertreten die Rechungshöfe die Auffassung, dass die bisherige Honorierungspraxis dringend überdacht werden sollte“, zitiert die „SZ“ aus dem Prüfbericht. Die Kontrolleure halten die geleisteten Zahlungen mit der ARD- und ZDF-Verpflichtung zum sparsamen Gebührenumgang „nur schwer vereinbar“. Wie viel die einzelnen Co-Moderatoren und Expeten verdienen oder bekommen haben, geht aus dem Bericht jedoch nicht hervor.

Auch die Gehälter der 16 SportA-Mitarbeiter haben bei den Prüfern für wenig Freude gesorgt. Insgesamt hat die Agentur Personalkosten von 1,4 Millionen Euro, was einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 87.500 Euro entspricht.

Der Prüfbericht beschäftigt sich laut „Süddeutscher Zeitung“ auf neun Seiten mit der SportA GmbH. Der Report verrät, dass das Unternehmen zwischen 1999 und 2006 Jahresumsätze von 118 bis 206 Millionen Euro erzielte. In manchen Jahren fielen Bilanzverluste von 2,6 Millionen an (1999), aber auch Gewinne von bis zu zwei Millionen Euro.

Aktiv ist die Agentur bereits seit 1995. Sie ist ein Tochterunternehmen der Landesrundfunkanstalten der ARD und des ZDF. „Die SportA wurde unter dem Eindruck der Konzentrationsentwicklung durch die Sportrechte-Agenturen der Medienkonzerne Kirch und Bertelsmann gegründet“, heißt es in dem ORH-Bericht. Die eigenen Ziele beschreibt SportA wie folgt: „Um den Zuschauern ein vielseitiges Sportprogramm im frei empfangbaren Fernsehen zu bieten, erwerben wir mediale Verwertungsrechte an nationalen und internationalen Sportveranstaltungen zur Verwertung in ARD, ZDF und den Dritten Programmen.“ Die Münchner kümmern sich um die Rechte für Großereignisse wie Olympische Spiele oder Fußball Weltmeisterschaften.

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