MEEDIA-Tipps: Alles rund um die Jobsuche

Kaum eine Berufssparte ist so von freier Mitarbeit geprägt wie der Journalismus. Was viel Unabhängigkeit und Freiraum bei der Gestaltung des Berufs(alltags) bedeutet, sorgt gleichzeitig für jede Menge Ungewissheit. Viele "Freie" fragen sich: Bin ich bei meinen Verlagskunden noch im Gespräch? Wo bekomme ich neue Aufträge her? Wie finde ich potentielle Auftraggeber? Wie präsentiere ich mich erfolgreich? Mit den Tipps von MEEDIA können Einsteiger und Profis ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

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Gerade in Krisenzeiten ist kaum ein Job sicher. Und gerade Verlage sparen zuerst bei den Mitarbeitern, von denen sie sich leicht trennen können: den Freien. Im Folgenden erklären wir Ihnen, was Sie tun können, um nicht plötzlich vor dem Nichts zu stehen.

Wo muss ich mich anmelden?
Netzwerken ist gut. Und natürlich ist es erheiternd, sich mit alten Jugendfreunden neu zu vernetzen und die guten alten Zeiten aufleben zu lassen. Wirklich weiter bringen Partyfotos mit den Schulkollegen im Netz Sie allerdings nicht. Registrieren Sie sich in den einschlägigen Social Networks Facebook und Xing. Gerade bei Xing ist es umso wichtiger, ein genaues Profil von sich anzulegen. Streichen Sie Ihre Qualitäten heraus und formulieren Sie präzise, nach was Sie suchen. Das erleichtert Ihnen die Suche nach Kontakten. Und Personen, die von Ihrer Arbeit überzeugt sind, können Sie leichter finden. So behalten Sie auch den Überblick über aktuelle Projekte von Kollegen und Projektpartnern. Doch denken Sie daran: Das Netz vergisst nichts. Über die Personensuchmaschinen 123people.de und Yasni.de stößt man immer wieder auf veraltete Amazon-Wunschlisten. Erinnern Sie sich? Vielleicht fanden Sie damals den einen oder anderen Katzenkrimi ganz unterhaltsam, einen Personalleiter könnten derlei Infos oder Messenger-Nicknames, wie beispielsweise „Mr. Pink“, eher abschrecken. Checken Sie die Suchergebnisse auf Ihren eigenen Namen und löschen Sie ungewollten Content aus dem Netz.

Neben den „neuen“ Netzwerken gibt es aber auch ein paar „alte Branchenhasen“, auf die viele Kollegen zugreifen. Auch bei den „kress-Köpfen“ sowie der Kroll-Datenbank für Journalisten ist die Anmeldung für Sie kostenlos. Versehen Sie Ihr Profil in jedem Fall mit einem Foto. Immerhin wollen Sie ja auch wiedererkannt werden, wenn sich ein Auftraggeber mit Ihnen treffen will.

Wie präsentiere ich mich?
Ist Ihre Bewerbungmappe auf dem aktuellsten Stand? Solange man beschäftigt ist, erscheint die Pflege der eigenen Vita nicht so wichtig. Doch oft schneit ein Stellenangebot ins Postfach, auf das man dann nur schlecht vorbereitet reagieren kann. Deswegen sollten Sie Ihre Bewerbungsmappe ständig aktuell halten. Sofern möglich, bitten Sie Ihre Arbeitgeber um Empfehlungsschreiben und speichern Sie alle Unterlagen auch in digitaler Form ab. So können Sie Ihre Bewerbung auch unkompliziert als Mail versenden. Sie sollten Ihrer Bewerbung auch optisch eine persönliche Note verleihen. Mac-User können zum Erstellen einer Bewerbungsmappe auf Pages zurückgreifen, das im Iworks-Paket enthalten ist.

Falls Sie überwiegend für Kunden im Online-Bereich arbeiten, empfiehlt sich eine eigener Internetauftritt. Im direkten Umgang mit Kollegen sind Visitenkarten beinahe ein Muss. Doch nur wenige geben ihren Namen den entsprechenden Raum im Netz. Man befürchtet hohe Kosten, viel Arbeit und wenig Nutzen. Das muss nicht sein. Die eigene Domain (idealerweise vornamenachname.de) lässt sich für Kosten von unter einem Euro pro Monat sichern. Ansprechende Homepages lassen sich für Anfänger in so genannten Web-Baukästen gestalten. Sehr zu empfehlen ist Weebly.com. Layouts, Unterseiten, Bilder und Texte lassen sich simpel per Drag & Drop zu einem Gesamtpaket zusammenschnüren. Auf dieser Plattform können Sie jenseits von Kurzprofilen in Netzwerken mehr über die eigene Person erzählen, auf Arbeitsproben verweisen und eine ausführliche Vita anlegen. Aber auch hier gilt: Geben Sie nur so viel von sich preis, wie unbedingt nötig.

Wo finde ich neue Aufträge?
Die deutsche Medienszene ist gut vernetzt. Natürlich gibt es kein Geheimrezept für die richtige Jobsuche, doch etliche Websiten und Portale erleichtern Ihnen das Leben ein wenig. Jobportale wie Monster.de, Jobscout24.de oder Stepstone.de listen oft auch Stellen für Medienschaffende. Doch die Trefferquote ist bei einschlägigen Seiten gleich höher. Dwdl.de hält seine Jobbörse ständig aktuell, Newsroom.de bietet einen Newslettern mit Stellenangeboten an. Aber auch Kress.de und Wuv.de aktualisieren ihre Jobportale täglich. Es schadet jedoch nicht, auf den Websiten der Verlage, Sender und Firmen nach Stellen zu suchen, an denen Sie sowieso interessiert sind.

Xing listet vielleicht nicht immer den Auftrag, den Sie gerne hätten. Über die Suchfunktion lassen sich zumindest Leute ausfindig machen, die die gleichen Interessen teilen und nach Menschen mit ihrem Profil suchen. Deutsche Journalisten dürften in Foren wie Journalismus.com fündig werden.

Wie bleibe ich im Gespräch?
Eine gute Frage. Natürlich bleiben Sie im Gespräch wenn Sie gute Arbeit leisten. Doch darüber hinaus können Sie, ohne Eskapaden und wilde Feiern, einiges tun, um im Gespräch zu bleiben. In jeder größeren Metropolen schließen sich Medienmacher zusammen, wie z.B. in der Hansestadt zum Hamburger Presseclub. Die Mitgliedschaft beim Journalistenverband DJV ist zwar kostenpflichtig, doch durch Stammtische mit Gleichgesinnten und eventuelle neue Bekanntschaften kann sich eine solche Investition schnell amortisieren. Beinahe jeden Monat bieten Vereine Veranstaltungen für Medientreibende an, vom Reporterforum über Treffen des Netzwerk Recherche bis zu den regionalen Tagungen der DJV-Landesverbände.

Doch wie können Sie online mitreden? Ganz einfach: Reden Sie mit! Im Web 2.0 hilft jeder jedem. Solange Sie auch dazu bereit sind. Wer immer nur fordert und fragt, aber nichts Konstruktives beiträgt, wird schnell von der Community geächtet. Verhalten Sie sich in Foren und anderen Social Networks fair gegenüber anderen Usern. Wenn Sie helfen können, sollten Sie das auch tun.

Und zwitschern Sie mit: Für viele ist es ein sinnbefreiter Webhype für einsame Großstädter, die nur noch über digitale Kanäle kommunizieren, doch der Mikrobloggingdienst Twitter mausert sich auch im Mainstream immer mehr zur relevanten Größe. Nutzen Sie das Tool, um mit Personen Ihrer Wahl in engeren Kontakt zu treten. So pflegen Sie Beziehungen und werden Teil des Web 2.0.

Wenn Sie etwas zu sagen haben, sollten Sie nicht immer damit warten, bis es als gedrucktes Wort erscheint. Schon Sprachpapst Wolf Schneider wusste: Im Internet wird unendlich viel Schwachsinn produziert. Wenn Sie daran etwas ändern können, tun Sie das auch. Viele User verschwenden ihr Fachwissen nur in Kommentaren unter Blogeinträgen. Wenn Sie selbst etwas zu sagen haben, eröffnen Sie Ihr eigenes Blog und teilen Sie Ihr Wissen mit der Web-Community. Die weiß eine gute Themenwahl, Glaubwürdigkeit und Kontinuität zu schätzen. Daraus können neue interessante Kontakte entstehen, die die eigenen Karriere befördern. Bestes Beispiel: Lyssas-Lounge-Betreiberin Katharina Borchert brachte es vom ehemaligen Star der deutschen Bloggerszene zur Chefredakteurin von Waz-Online bzw. DerWesten.de.

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