„Ein Leben gezeichnet von Tod und Tragik“

Im Alter von 77 Jahren erlag Edward "Ted" Kennedy, der Bruder von Robert und John F. Kennedy, einem Krebsleiden. Mit dem US-Politiker ("Lion of the Senate") starb der letzte Überlebende der zweiten Kennedy-Generation. Die Kommentatoren sind sich einig: Mit Ted Kennedy verliert Amerika einen der engagiertesten liberalen Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, Frieden und gegen Apartheid. Der US-Senator gilt als einer der ersten und einflussreichsten Förderer von Barack Obama. Die Pressestimmen im Überblick.

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Bild.de ordnet mit viel Pathos den Tod ein: „Mit dem Senator starb ein Mann, der durch sein Wirken praktisch ‚das Leben jedes Amerikaners mit beeinflusst hat‘, wie schon 2006 das ‚Time‘-Magazin schrieb. Und: Es starb ein Kennedy, der letzte von drei politisch hochbegabten Brüdern, die zu einem Teil von Amerikas jüngerer Geschichte geworden sind, der insgesamt wohl letzte einflussreiche und charismatische Spross eines faszinierenden Clans – es ist das nunmehr endgültige Ende einer Ära.“

CNN berichtet, welch großen Einfluss Kennedy auf die Obama-Kampagne hatte:
Kennedy’s early support for Obama was considered a boon for the candidate, then a first-term senator from Illinois locked in a tough primary battle against former first lady Hillary Clinton. Kennedy predicted Obama’s victory and pledged to be in Washington in January when Obama assumed office — and he was, though he was hospitalized briefly after suffering a seizure during a post-inaugural luncheon.

Spiegel Online ordnet Kennedys politisches Wirken ein: „In den vielen Jahrzehnten nahm er Einfluss auf fast jedes Gesetz zur Sozialgesetzgebung, das den Kongress passieren musste. Hunderte wichtige Gesetze tragen Kennedys Stempel. Nur zwei Senatoren in der Geschichte der USA waren länger im Amt.“

„Edward Kennedy galt als einer der liberalsten amerikanischen Politiker und setze sich vehement gegen Apartheid und für Chancengleichheit ein. Eines seiner Hauptanliegen war zuletzt die Umsetzung der von Obama angekündigten umfassenden Gesundheitsreform. Bei der Amtseinführung von Obama im vergangenen Januar brach Edward Kennedy mit einem Krampfanfall zusammen und kam ins Krankenhaus.“

New York Times sieht eine gespaltenes Leben: „Senator Kennedy was at or near the center of much of American history in the latter part of the 20th century and the early years of the 21st. For much of his adult life, he veered from victory to catastrophe, winning every Senate election he entered but failing in his only try for the presidency.“

Focus.de beschäftigt sich mit der Biographie des Senators: „Kennedy wurde am 22. Februar 1932 in Boston geboren. Er studierte Jura und absolvierte die Elite-Universität Harvard. Der nach dem Tod seiner Brüder vorgezeichnete Weg an die Spitze der US-Politik endete im Juli 1969 durch einen tragischen Autounfall, bei dem die junge Assistentin Mary Jo Kopechne ertrank. Edward überlebte und wurde wegen Unfallflucht zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Vorfall zog einen Schlussstrich unter seine Ambitionen auf die Präsidentschaft. Der letzte der Kennedy-Söhne wurde nie von der Demokratischen Partei zum Kandidaten gekürt.“

Taz.de schreibt: „Nach Kennedys Tod lebt nur noch eines seiner insgesamt neun Geschwister: Jean Kennedy Smith. Erst Anfang August war Schwester Eunice Kennedy Shriver gestorben. Die Vorkämpferin für die Akzeptanz von Behinderten war 88 Jahre alt geworden.“

Zeit.de gelingt ein guter Schlusssatz: „Es war ein Politikerleben gezeichnet von Triumph und Niederlagen, Tod und Tragik, Exzessen und einem schier unbändigen Kampfgeist.“

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