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Die Hintergründe der Roccatune-Insolvenz

Seit dem gestrigen Montag ist bekannt, dass der Streaming-Dienst bereits im Juli einen Insolvenz-Antrag stellte. Eine Reaktion des Start-ups blieb jedoch aus. Bis jetzt, denn nun meldet sich Gründer Constantin Thyssen zu Wort. "Aufgrund der Finanzkrise ist der Kapitalmarkt sehr angespannt, und es gelang uns nicht das nötige Kapital zum Betrieb und zur Weiterentwicklung von Roccatune aufzutreiben. Auch wurde uns bereits zugesagtes Kapital von Investoren kurzfristig und ohne Vorwarnung verweigert."

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Nachdem die – offenbar – zugesicherten Zahlungen ausblieben, ließ das strenge deutsche Insolvenzrecht den Machern keine andere Möglichkeit, als einen entsprechenden Antrag zu stellen: „Dies war insbesondere deswegen sehr bedauerlich, da sich Roccatune in den letzten Wochen auf gutem Kurs befand: Die Werbeeinnahmen und Userzahlen stiegen kontinuierlich“, schreibt Thyssen im Unternehmens-Blog.

Der Betrieb der Seite soll jedoch erst einmal weitergehen. „Wir arbeiten weiterhin fieberhaft an allen möglichen Lösungsansätzen für eine Zukunft von Roccatune.“ So sollen in den nächsten Tagen intensive Gespräche mit unseren Geschäftspartnern und neu identifizierten Investoren“ fortgesetzt werden.

Roccatune war in Deutschland der erste Streaming-Service, der seinen Nutzern eine personalisierte Musikbibliothek kostenlos zur Verfügung stellte. Anders als etwa bei Last.fm lassen sich gezielt Playlists anlegen. Dafür sollte sich das Angebot komplett über Werbung finanzieren.

Mit den Posting im Firmen-Blog endet endlich das viel zu lange Schweigen des Plattform-Managements. Seit dem am gestrigen Montag die Insolvenz bekannt wurde, waren die kritischen Stimmen immer lauter geworden, die endlich eine Stellungnahme des Start-ups forderten. Martin Weigert bloggte etwa: „Wenn ein Start-up nicht einmal in der Lage ist, durch geradlinige, proaktive und ehrliche Kommunikation einen Gesamteindruck zu schaffen, bei dem ein Blogartikel wie der von Musiktipps24 statt einem ‚Ich hab’s doch gewusst!‘ eher ein ‚Na ob das wirklich stimmt?‘ hervorruft, dann ist es schwer vorstellbar, dass dieses Unternehmen dauerhaft auf Augenhöhe mit den führenden Musiklabels verhandeln und die Musikplattform der Zukunft aufbauen kann.“

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