„Einige ADC-Vorstände geilen ihr Ego auf“

Der Schlagabtausch geht weiter: Nachdem am Montag ADC-Schatzmeister Matthias Kindler die Kritik von Ex-Vorstand Charly Leske in einem Offenen Brief als haltlos bezeichnete, legt dieser nun im Gespräch mit MEEDIA nach. Leske zweifelt am Niveau des Clubs. Die Vorwürfe, das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster zu schmeißen könnten nicht mit testierten Bilanzen entkräftet werden. Zu dem kostspieligen Auftritt Karl Lagerfelds sagt Leske: "Einige Club-Vorstände geilen ihr Ego mit Promis auf."

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Für den Werbefilmer und Regisseur Leske sind die Ausführungen des ADC-Schatzmeisters fadenscheinig. Dass unabhängige Wirtschaftsprüfer die blanken Geschäftszahlen positiv testierten, entkräfte keineswegs die Vorwürfe, dass man beim Club großzügig mit Geld umginge. „Es geht darum, dass unabhängige Rechnungsprüfer Sinn und Zweck der Ausgaben durchleuchten“, so Leske. Außerdem seien bei der Hypo Real Estate auch regelmäßig Wirtschaftsprüfer gekommen und trotzdem sei die Bank jetzt pleite.

Leske ärgert sich nicht erst seit dem Rücktritt Kassaeis über den ADC-Vorstand. „Das Ganze fing mit dem Umzug nach Berlin an. Das Argument des Vorstands: In Berlin ist alles billiger. Das Gegenteil trat ein – alles wurde teurer. Da wollte ich als Mitglied des Clubs einen Blick in die Bücher werfen, den man mir zunächst verwehrte. Später bot man mir exklusive Einblicke an.“

Dies sei der Moment gewesen, in dem das Verhältnis zum ADC-Vorstand kippte. „Ich wollte keine Extrawurst haben, sondern nur mein Recht als Mitglied einfordern.“ Über 120 Club-Mitglieder seien der gleichen Meinung wie er, sagt Leske. Dass von denen nicht alle mit einem solchen Engagement mehr Transparenz des Clubs einfordern würden, läge an der Mitgliederstruktur. Viele vor allem selbständige Kreative hätten schwer mit der Krise zu kämpfen, so dass ein Engagement gegen den ADC-Vorstand einfach an den mangelnden Ressourcen scheitere.

Auch die Vorwürfe, dass Leske den stillosen Weg über die Medien gesucht habe, entkräftet der Werbefilmer aus Hamburg. „Ich habe schon vor einiger Zeit die Dinge intern angesprochen. Allerdings ohne Erfolg“, sagt Leske. Außerdem habe Kai-Hinrich Renner vom „Hamburger Abendblatt“ ihn angerufen und um eine Stellungnahme gebeten und nicht umgekehrt. „Inzwischen zweifle ich an dem Niveau des Clubs, auch wenn ich als langjähriges Mitglied natürlich ein großes Interesse an seinem Fortbestehen habe.“

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