Gericht kassiert Bauers Grosso-Kündigung

Die Kündigung des Grosso-Anbieters Grade durch die Bauer Media Group ist wirkungslos. Das entschied nach Informationen von Horizont.net das Landgericht Kiel. In der Begründung des Urteils heißt es, dass ein "sachlich gerechtfertigter Grund für die Kündigung" nicht vorliege. Der Zeitschriftenverlag habe den Grossisten Grade mit der Kündigung gegenüber den Mitbewerbern ungleich behandelt. Außerdem entstünden dem Elmshorner Pressegroßhändler durch den Auftragsverlust "erhebliche Einbußen".

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Bereits im Mai war Bauer vor dem Landgericht Hannover gegen den Pressegroßhändler Mügge in Stade unterlegen. Schon damals sah das Gericht in der Kündigung des Belieferungsvertrags Ende 2008 mit Mügge eine Ungleichbehandlung gegenüber den anderen Grossisten.

Grade und Mügge waren vor Gericht gezogen, weil sie sich laut „SZ“ ungerecht behandelt fühlten; immerhin hatten Verlage und Grossisten im Jahr 2004 einen Bestandschutz ausgehandelt.

Bauer hatte den Grossisten gekündigt und den Zwischenvertrieb seiner Zeitschriften dem hauseigenen Pressevertrieb Nord übertragen. Hintergrund sind die sinkenden Auflagen der Verlagsprodukte. Mit den Kündigungen wollte Bauer Druck auf die Zwischenhändler ausüben und eine günstigere Platzierung seiner Hefte im Zeitschriftenhandel erwirken.

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