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Exklusiv: Das neue Spiegel Online

Am kommenden Dienstag ist es soweit: Gegen 20 Uhr geht das neue Spiegel Online live. Nach eingehender Leseranalyse hat der Marktführer der deutschen Nachrichten-Sites Layout und Funktionalität der Page modernisiert. MEEDIA zeigt exklusiv erste Screenshots und erklärt die Ziele des neuen Auftritts: bessere Anbindung des Spiegel-Archivs, mehr Übersicht, Google-Optimierung sowie flexiblere Vermarktungs-Möglichkeiten. SpOn-Chefredakteur Rüdiger Ditz hofft auf eine Traffic-Steigerung um 10 Prozent.

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Die Überraschung beim Blick auf die neuen Seiten: das neue Spiegel Online sieht für den schnellen Betrachter aus wie das alte. Links die Artikelspalte, rechts die Zusatzelemente und Teaserboxen. Für Chefredakteur Ditz ist dies kein Nachteil: „Look and Feel der Homepage sollten möglichst nicht angetastet werden, denn beides sind die Erkennungsmerkmale der Page. Wir haben bewusst versucht, das Rad nicht neu zu erfinden.“
 

Die neue Startseite wuchs auf 900 Pixel Breite

Dennoch gibt es im Detail zahlreiche Modernisierungsschritte. So wuchs die Homepage in der Breite um 130 auf 900 Pixel, was die Seite ruhiger und luftiger erscheinen lässt. Das Rotnegativ des Logos kommt dank eines Farbverlaufs eleganter daher. Dank technischer Anpassungen können Videos nun im 16:9-Format anstelle der Aufmacherfotos direkt bei den Top-Themen von Homepage und Ressortseiten abgespielt werden. Bislang waren die Bewegtbilder-Teaser in kleine Boxen der rechten Spalte gezwängt. Ditz: „Wir wollten die Videos prominenter einbinden.“


Die Artikelseite: Zusatzelemente jetzt links

Deutliche Veränderungen haben die Artikelseiten erfahren. Hier wandert die Artikelspalte im neuen Konzept nach rechts, die „Assets“ genannten Zusatzelemente finden sich auf der linken Seite. Durch zahlreiche Kästen mit Umfragen, Foren-Links oder verwandten Themen war der Lesefluss in der alten Form gestört. „Ein regelrechter Layout-Slalom“, so Ditz, „mit dem wir aufräumen wollten.“ Diese Erkenntnis wurde von den Ergebnissen einer externen Erforschung des Leseverhaltens sowie einer Eyetracker-Studie gestützt.

Die auf lange Sicht vielleicht wegweisendste Neuerung verbirgt sich im System der Zuordnung von Artikeln zu Themengebieten. Als Vorbild der Spiegel Onliner diente hier New York Times Topics, eine Übersichtsseite mit den Themen des US-Portals Nummer eins. 8.000 Themen listet Spiegel Online bereits zum Relaunch. Die Masse wird automatisch generiert; einige Dutzend besonders wichtiger „A-Themen“ (z.B. Obama, Bundestagswahl) werden von der Redaktion händisch sortiert und aktualisiert.
 


Themenseiten ordnen den Inhalt, binden das
Spiegel-Archiv an und bringen SEO-Vorteile

Dieses System bietet gleich mehrere Vorteile. Zum einen können so „die Schätze des Spiegel-Archivs besser präsentiert werden“ (Ditz), zum anderen bieten die nach übergeordneten Begriffen angelegten URLs auch deutliche SEO-Vorteile und damit ein besseres Ranking bei den Trefferlisten der Suchmaschine(n). Hier hat Spiegel Online trotz aller Erfolge Nachholbedarf: Der Anteil des Google-Traffics beträgt je nach Aktualitätslage lediglich 8 bis 15 Prozent. Bis auch die interne Suche, die bislang noch auf die Datenbank Spiegel Wissen führt, in einer überarbeiteten Form verfügbar ist, wird es noch einige Wochen dauern. Neu sind übrigens auch die in die großflächigen Breitbild-Optiken integrierten Vorspänne. Anders als bei Stern.de stehen diese allerdings aus Gründen der besseren Lesbarkeit auf einer Weißfläche.

Eine präzise Erwartung, wie viele Extra-Besucher die neue Page bringt, hat Ditz nicht, aber: „Mit zehn Prozent mehr Traffic wäre ich happy.“ Vorteil Nummer drei der neuen Ordnung: Spiegel-Vermarkter Quality Channel kann jedes Thema einzeln vermarkten und Kunden so flexiblere Angebote machen.


Videos können künftig im 16:9-Format direkt
in der Artikelspalte angesehen werden

Wenn der auf Basis der hauseigenen Software Content Entry (CE 6) programmierte Relaunch am Dienstag reibungslos online geht, ist Ditz, der Spiegel Online seit dem Wechsel von Co-Chefredakteur Wolfgang Büchner zur dpa allein führt, zufrieden – auch wenn die neue Site keine revolutionären Änderungen bringt. „Nur um was zu machen, machen wir nichts“, lautet die Philosophie beim Marktführer. „Wir müssen nicht die Ersten sein“, so  der 45-Jährige mit Blick auf die Wettbewerber im Online-Newsbusiness, „sondern überlegen uns in Ruhe, ob etwas auch zu uns passt.“

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