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Microhoo: „Aufstand der Zwerge“

Deutsche Kommentatoren werten die Such-Allianz von Microsoft und Yahoo durchweg als logischen und vielversprechenden Schritt. Ein "FTD"-Leitartikel begrüßt die Chance auf eine echte Konkurrenz zu Google, scheint sich über den Versuch aber gleichzeitig zu amüsieren: "Wenn ein Zwerg sich auf die Schultern des anderen stellt, kann er dem Riesen kräftig in die Kniekehlen schlagen."

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Roland Lindner (FAZ) hält das die Partnerschaft für eine „attraktive Kompromisslösung in Zeiten der Wirtschaftskrise“; Microsoft habe „einen billigen Weg gefunden, um seine Position in der Internetsuche zu verbessern“. Für Yahoo, das sich zu einer „Sammelstelle für Inhalte und Internetdienste“ entwickle, komme die Allianz aber „einer Kapitulation gleich“.
Die „Süddeutsche“ kürt das Thema zum Aufmacher und lässt Andrian Kreye auf der Kommentarseite die kulturellen und sogar transzendentalen Dimensionen des Suchgeschäfts ergründen. „In der digitalen Wirtschaft des 21. Jahrhunderts sind Fragen ein Rohstoff, der mehr wert ist, als Geld, Gold und Öl zusammen“, sagt Kreye. Wer um die Fragen der Menschen kämpfe, „der will sie nicht nur unterhalten, bilden, informieren. Der will in jedem Bereich des Lebens eine Rolle spielen.“
Die „New York Times“ sammelte Reaktionen von Online-Vermarktern und stieß auf ungeteilte Freude. „Das ist seine sehr mächtige Allianz“, sagt Russ Mann von der Firma Covariour, die in den ersten Monaten der Existenz von Microsofts Bing deutlich höhere Anzeigen-Konversionsraten als bei der Konkurrenz erkannt haben will.
Weniger erfreut sind die Reaktionen von Yahoo-Investoren, deren 6-monatiger „honeymoon“ (FT.com) mit Chefin Carol Bartz wohl beendet ist. Der Yahoo-Kurs gab um 9 Prozent nach; die finanziellen Abmachungen sind im Vergleich mit dem Milliarden-Angebot Microsofts aus dem Vorjahr schwer zu vermitteln.
Reaktionen von Google blieben auch in den USA dünn. Sprecher Adam Kovacevich gab die offizielle Linie vor: „Wir sind gespannt auf weitere Details der Vereinbarung“ , erklärte er. „Unsere allgemeine Erfahrung ist, dass Wettbewerb gute Dinge für die Nutzer hervorbringt.“

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