Time Warner kauft AOL-Anteile zurück

Das Google-Experiment ist beendet: Vier Jahre nach der Übernahme eines Anteils von fünf Prozent hat Mutterkonzern Time Warner die Anteile an der Internettochter AOL zurückgekauft. Und das für einen Bruchteil des einstigen Wertes: Nur noch 283 Millionen Dollar überwies Medienriese Time Warner nach Mountain View – Google hatte 2005 noch eine Milliarde Dollar gezahlt. Gleichzeitig nannte der einstige Internet-Gigant AOL seinen Vermarkter Platform-A in AOL Advertising um.

Anzeige

Es ist die letzte Etappe einer ungleichen Partnerschaft, die sich über Jahre hinzog. AOL und Time Warner, der Internet-Aufsteiger und der Veteran der alten Medienlandschaft, das passte nie zusammen. Um die Trennung zu vollziehen, muss Time Warner jedoch scheinbar paradoxerweise erst einmal die restlichen Anteile von AOL zurück kaufen, um sie dann an die Börse bringen zu können.

Diesen Schritt finalisierte Time Warner nun Anfang Juli, wie die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) gestern mitteilte. So kaufte Time Warner 5 Prozent seiner Anteile an AOL vom Internet-Riesen Google zurück – und machte dabei noch einen guten Schnitt.

1 Milliarde Dollar hatte der Dot.com-Emporkömmling Google einst für einen 5 Prozent-Anteil am Online-Pionier überwiesen – und mit diesem Gebot 2005 noch den Software-Rivalen Microsoft ausgestochen. Rund 3,5 Jahre später sind 72 Prozent des Investments pulverisiert, denn gerade mal 283 Millionen Dollar bekommt Google für seinen Anteil zurück. AOL wäre demnach nur mit 5,6 Milliarden Dollar bewertet.

Doch das ist nur eine Momentaufnahme, schließlich hat der seit Jahresbeginn neu inthronisierte CEO Tim Armstrong mit AOL einiges vor – inklusive eines eigenen Börsengangs. Dafür wurden die internen Strukturen nun weiter umgekrempelt und die Vermarktungseinheit von Platform-A zur AOL Advertising umbenannt.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige