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Mit Ulla Schmidt im Sommerloch

Vor allem Kritik schlägt ihr entgegen, der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Dabei sind ihr die Medien dankbar, füllt die Dienstwagenaffäre von der Costa Blanca doch eine ereignisarme Sommerzeit mit einer wuchernden Geschichte der Spekulation, über die sich politische Gegner wie Bürger entrüsten können. Keine Redaktion kommt an dem Thema vorbei. Bild.de rechnet in einer "Fakt ist"-Aufzählung die Ungereimtheiten vor. Sixt nutzt das Pech der Ministerin für eine respektlose Werbekampagne.

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Die Gesundheitsministerin hatte ihren Dienstwagen vom Chauffeur nach Spanien kommen lassen. Unbekannte entwendeten in der Nähe von Alicante zunächst die Autoschlüssel und dann das dazugehörige Fahrzeug. Warum, so lautet die Frage, die sich alle stellen, hat Ulla Schmidt sich auf Kosten des Steuerzahlers den Wagen überhaupt bringen lassen.

Wie ungelegen der SPD der Lapsus kommt, wird aus den Worten des Wahlkampfleiters der Partei, Kajo Wasserhövel deutlich. Im Deutschlandfunk sagte er, „dass der Dienstwagenklau nicht bei uns in der Terminliste mit drinstand, das können Sie mal unterstellen.“

Bild.de untersucht, „was an den Erklärungen der Ministerin stimmt – und was nicht“. So sei der Wagen entgegen den Äußerungen der Pressesprecherin nicht ausschließlich dienstlich genutzt worden, auch weitere Erklärungen der Pressesprecherin seien unzutreffend. Bild.de legt noch nach: Schon andere Politiker hätten ihre Dienstwagen zu Schrott gefahren, auf Kosten der Steuerzahler – denn der Staat versichere seine Wagen grundsätzlich nicht.

FAZ.net stellt die Geschichte sachlich dar, um einen Überblick über die Reaktionen aus dem Kreis der Politiker zu geben. Entlassen wird der Leser allerdings mit ironischer Distanz: Die Frankfurter heben sich einen Kalauer für den Schluss auf – CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt habe erklärt: „Ganz offensichtlich hat Frau Ulla Schmidt das Prinzip der Abwrackprämie nicht richtig verstanden.“

Unter dem Titel „Auf die Plätze, fertig, Panne“ breitet Sueddeutsche.de Häme über den gründlich misslungenen Start des SPD-Wahlkampfs aus. Und prognostiziert: „Dass Schmidt in Spanien braungebrannt und lächelnd alle Vorwürfe beiseitewischt, wird ihr Ansehen bei den Wählern nicht unbedingt verbessern.“

Bei Focus Online macht man sich ebenfalls Sorgen um den SPD-Wahlkampf. „Statt um die Mobilisierungskampagne“ drehe sich nun „alles um die Dienstwagenaffäre von Ulla Schmidt“.
Michael Spreng vom Politik-Blog Sprengsatz stellt die Dienstwagenaffäre der Ministerin auf eine Ebene mit den Badefotos von Rudolf Scharping oder die Bonusmeilen-Affäre von Cem Özdemir. Der Autor unterstellt Schmidt, dass sie den Kontakt zur Realität verloren hat.

Auf kreative Weise schlägt die Mietwagenfirma Sixt Kapital aus der Dienstwagenaffäre. Binnen Stunden entwickelte die Werbeagentur Jung von Matt ein neues Motiv, das auf der Internetseite von Sixt zu sehen ist. Darauf kratzt sich eine beklommene Ulla Schmidt den Kopf. Darunter steht „Mit dem Dienstwagen in Urlaub? – Es gibt Sixt doch auch in Alicante“.

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