Springer beendet Kurzarbeit

Die Springer-Finanztitel stehen offenbar vor einschneidenden Veränderungen. Das Management von Axel Springer Financial Media und der Betriebsrat werden die Kurzarbeit am 31. Juli 2009 beenden. Das ist vor allem für die Belegschaft kein gutes Zeichen. Auf MEEDIA-Anfrage erklärte Springer-Sprecher Christian Garrels, dass es aktuell keine konkreten Pläne gäbe, Titel einzustellen oder Mitarbeiter zu entlassen. Was aber die kommenden Gespräche ergeben würden, sei ergebisoffen.

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Geschäftsführer Frank-Bernhard Werner spricht in einer E-Mail an die Mitarbeiter von „gravierende Umstrukturierungen“, die auf die Verlagstochter zukämen. Noch vor zwei Tagen hatte Springer das Modell der Kurzarbeit gegenüber MEEDIA als „sanfte und angemessene Methode auf eine zurückgehende Auftragslage zu reagieren“, bezeichnet.

Nun änderte sich offenbar innerhalb weniger Tage die offizielle Sprachregelung: „Das Modell der grundsätzlich auf begrenzte Zeit angelegten Kurzarbeit war der Versuch, den Zeitraum der reduzierten Auftragslage zu überbrücken und Arbeitsplätze zu erhalten.“ Von einer baldigen Erholung des Anzeigengeschäfts für Finanz- und Wirtschaftstitel sei inzwischen nicht mehr auszugehen, so Garrels. „Wir müssen inzwischen, wie viele Branchenexperten auch, davon ausgehen, dass sowohl  die Krise der Banken- und Finanzwirtschaft als auch die Phase reduzierter Anzeigenerlöse in Folge der Konjunkturkrise weiter anhalten. Eine Fortsetzung der Kurzarbeit kann daher keine Lösung sein“, heißt es jetzt.

Als Nebeneffekt führte Garrels auch ein strukturelles Problem an. Durch den Verkauf des Titels „Markt und Mittelstand“ seien Überkapazitäten entstanden. Der Verkauf war freilich schon im März beschlossene Sache. Für die aktuellen Entwicklungen dürfte dies also kaum der Hauptgrund sein. In den nächsten Wochen wollen Management und Betriebsrat Lösungsmodelle suchen.

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