Verwirrung um „Gault Millau“-Einigung

Das Thema schien bereits erledigt. Nach Informationen der Deutschen Presse Agentur hatten sich die 14 abtrünnigen Spitzenwinzer im Streit mit dem "Gault Millau" wieder bereit erklärt mit dem Wein-Guide zusammenzuarbeiten. Grund: Der umstrittene Chefredakteur Armin Diel war zurückgetreten. Damit hatten die Protestler ihr angebliches Ziel erreicht. Nun berichtet allerdings der SWR, dass es offenbar doch nicht zu einer Einigung gekommen sei.

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Die Kritiker warfen dem Münchener Christian Verlag vor, für Wein-Bewertungen künftig Geld verlangen zu wollen und so eine unzulässige Verquickung von Marketing und Journalismus zu fördern. Der Verlag hatte den Winzern den Kauf eines Marketingpakets für 195 Euro angeraten.

In einem Gespräch zwischen dem neuen Chefredakteur Joel Payne und einem der Winzer-Wortführer, Reinhard Löwenstein, sollte es laut dpa zunächst zu einer Einigung gekommen sein. Demnach wollten sich die Weinbauern an den Kosten des Kritiker-Buches beteiligen und der Christian Verlag sollte auf eine Notenbewertung verzichten. Löwenstein wird mit dem Satz zitiert: „Klar ist, der ‚Gault Millau‘ braucht Geld, die kriegen das allein nicht gebacken“.

Gegenüber den Südwestrundfunk bestätigte Löwenstein nun, dass es ein Gespräch mit dem neuen Chefredakteur gegeben habe, „aber der Streit sei nicht beigelegt. Es gebe keine Aussage der Winzer darüber, dass sie einer Bearbeitungsgebühr des Weinführers zustimmten.“

Darüber hinaus bezeichnet Löwenstein die Meldung, wonach sich der Winzer-Protest vor allem gegen die Beurteilungskriterien des ehemaligen Gault-Millau-Chefredakteurs Armin Diel gerichtet hätten, als „völligen Unsinn“.

Die dpa hatte berichtet, dass Löwenstein zugegeben habe, dass der Protest gegen die Marketingaktion des Verlages nur Taktik gewesen sei, da man die von Diels persönlichem Geschmack geprägten Beurteilungen vieler Weine nicht geteilt habe.

Im Herbst soll nun planmäßig die nächste Ausgabe des „Gault Millau“ erscheinen. Allerdings muss sich der Wein-Guide dann mit einem neuen Konkurrenten auseinandersetzten. Das Gourmet-Magazin „Feinschmecker“ (Jahreszeiten-Verlag) kündigte bereits für Ende 2009 einen eigenen Wein-Führer an.

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