Facebook überholt StudiVZ und wkw

Der Siegeszug von Facebook hat nun auch in Deutschland ein neues Level erreicht. Erstmals hat das soziale Netzwerk im Juni mehr Nutzer auf seiner Website gehabt als die Konkurrenten von StudiVZ, wer-kennt-wen.de und MySpace. Laut Hochrechnungen aus dem Google Ad Planner verfügte Facebook im Juni über 6,90 Mio. Unique Visitors aus Deutschland, StudiVZ und wer-kennt-wen kamen auf 6,80 Mio., MySpace weiterhin auf 5,50 Mio. Die Netzwerk-Nummer-1 bleib aber SchülerVZ mit 7,40 Mio.

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Wie sehr Facebook derzeit zulegen kann, zeigt ein Blick auf die Veränderungen der vergangenen beiden Monate. Während sich Facebook zwischen April und Juni von 5,10 Mio. auf 6,90 Mio. Unique Visitors steigerte (ein Plus von 35,3%), stagnierten SchülerVZ, wer-kennt-wen.de und MySpace bei ihren April-Zahlen, StudiVZ verlor sogar 9,3%. Weit vorn liegt die deutsche Facebook-Konkurrenz aber noch bei der Treue ihrer Nutzer. Auf den Tag heruntergebrochen haben StudiVz und wer-kennt-wen.de noch deutlich mehr Nutzer als Facebook. Die Nutzerschaft besucht ihre Seiten also wesentlich häufiger als die Facebook-Fans ihre Website. Und: Wären SchuelerVZ, StudiVZ und MeinVZ ein gemeinsames Angebot und nicht drei – dann hätte Facebook noch einen riesigen Weg vor sich. Gemeinsam und abzüglich Doppelnutzern verfügten die drei VZs im Juni nämlich über 14 Mio. Unique Visitors – deutlich mehr also als Facebook.

In unserem Ranking der 50 populärsten Websites Deutschlands macht Facebook damit einen Sprung von Platz 26 auf 16. Zur Erinnerung: Google weist den Traffic der eigenen Seiten nicht aus, in Wirklichkeit lägen also Google und YouTube auf den Plätzen 1 und 2 des Rankings. Zu den größten Aufsteigern auf den ersten 25 Plätzen gehört auch Bild.de, das bekanntlich mit Spiegel Online gleichgezogen ist, wie unsere Analyse der Nachrichtenbranche am Freitag schon gezeigt hat. Verloren haben neben StudiVZ im Juni u.a. auch live.com, ICQ und MyVideo:

Die Verluste von live.com haben natürlich damit zu tun, dass Microsoft im Juni mit Bing eine neue Suchmaschine gestartet hat, die die Suchfunktion von live.com abgelöst hat. Bing ist gleichzeitig der mit riesigem Abstand erfolgreichste Neuling bei den deutschen Netz-Nutzern. Bis auf Platz 33 sprang Bing im Juni – mit auf Anhieb 4,60 Mio. Unique Visitors. Es wird spannend, ob die neue Microsoft-Suche in den kommenden Monaten noch weiter nach oben springt, oder ob unter den 4,60 Mio. auch viele Neugierige waren, die Bing nun wieder den Rücken kehren. Deutlich zulegen konnten auf den Rängen 26 bis 50 zudem pcwelt.de, das offenbar von einer Download-Kooperation profitierte, 1und1.de und wetter.com. Verloren hat hingegen vor allem quelle.de: Nach den Querelen um die Insolvenz der Konzernmutter Arcandor besuchten 32,1% weniger Leute die Quelle-Website als noch im April. Bittere Nachrichten für das Versandhaus, denn mit weniger Nutzern kommt sicher auch weniger Umsatz.

Wie Facebook setzt auch Twitter seinen Siegeszug in Deutschland weiter fort. Mit einem weiteren Plus von 1,00 Mio. Unique Visitors landet Twitter.com nun bei 2,20 Mio. und damit erstmals unter den 100 populärsten Websites Deutschlands. Die 2,20 Mio. Leute sind allerdings nicht gleichzusetzen mit der Zahl der aktiven deutschen Twitter-Nutzer. Gezählt werden hier auch alle passiven Mitleser, Nutzer der Twitter-Suche, Neugierige, die sich Twitter mal anschauen wollen, etc. Ebenfalls extrem hinzugewonnen hat wegen des Medienhypes um das Gerichtsurteil die Lehrerbewertungsplattform Spickmich, sowie wegen des Michael-Jackson-Todes das Promi-Blog TMZ.com, das sich in Deutschland im Vergleich zum April um 250% verbesserte.

Zu den Verlierern des Monats gehören neben Quelle und live.com auch die beiden Browserspiele Pennergame und Travian, deren beste Zeiten vorbei zu sein scheinen, sowie zahlreiche Fußball-Websites, die unter der Bundesliga-Sommerpause leiden. Für einen Mitbewerber gilt das aber nicht: Wie schon bei der IVW gewann Transfermarkt.de auch bei den Google-Ad-Planner-Zahlen massiv: Von 1,10 Mio. Unique Visitors im April sprang die Website im Juni auf 1,80 Mio. – um satte 63,6%.

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