DJV schießt gegen Google

Jetzt hat sich auch der Deutsche Journalisten Verband in die Diskussion um das angebliche Monopol der Suchmaschine Google eingeschaltet. Wenig überraschend fordert der DJV-Vorsitzende Michael Konken eine "konzertierte Aktion" von Verlegern und Politikern gegen Google. Wegen der wachsenden Meinungsmacht von Google seien gesetzliche Regelungen dringend nötig. Der "Gratis-Kultur" des Internets müsse ein wirksamer Riegel vorgeschoben werden.

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Konken sagte wörtlich: „Der Gesetzgeber muss einerseits der Gratis-Kultur des Internets zu Gunsten der Urheber einen wirksamen Riegel vorschieben und andererseits die Befugnisse des Bundeskartellamtes so ausweiten, dass die Behörde Meinungsmonopole im Internet verhindern kann.“ Wie das konkret aussehen könnte, lässt er freilich offen. Unklar auch, was Konken mit „Meinungsmonopol“ eigentlich meint. Immerhin indiziert die Suchmaschine lediglich Websites anhand von Software-Algorithmen und Google News zeigt Überschriften kurze Anreißer von anderen Websites. Google selbst hat in dem Sinne keine „Meinung“.

Konken und der DJV stoßen mit der aktuellen Forderung ins gleiche Horn wie zahlreiche Verleger, die ihren Wunsch nach Leistungssschutz kürzlich in der so genannten „Hamburger Erklärung“ zusammengefasst haben. Dabei ist die Forderung nach Leistungsschutz in Wahrheit eine Forderung nach Gewinnbeteiligung. Wie Google und andere bereits oft betont haben, kann jeder Anbieter von Websites mit einem kurzen Handgriff verhindern, dass sein Angebot von Google oder Google News indiziert wird.

Konken kritisiert weiter, dass Google sein „wachsendes Monopol“ in den Medienmärkten verharmlose. Als Beleg für Googles angebliches Medien-Monopol führt er Dienste wie das mobile Betriebssystem Android, die Buch-Suche, die Suche und die Anzeigenvermarktung an. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Urheber ohne Zustimmung ihre Werke Google zu dessen kommerziellen Zwecken überließen, so Konken weiter. Das immer wiederholte Argument, dass Urheber ihre Inhalte jederzeit vor Google verbergen können, wird schlicht ignoriert.

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