Ex-Medienrat: Kredit vom „kleinen Kirch“

Der Ex-Chef des Medienrats der Bayerischen Landesmedienanstalt (BLM), Klaus Kopka, steht im Zwielicht. Laut "SZ" hat sich Kopka beim Hausbau in der bayerischen Provinz von mehreren Medienunternehmern, deren Aufseher er während seiner BLM-Zeit war, großzügig mit Krediten helfen lassen. Dazu gehören der Nürnberger Telefonbuch-Verleger und Privatradio-Magnat Gunther Oschmann, genannt "der kleine Kirch", der verstorbene TV-Betreiber Ralph Burkei (Worldcom) und Ex-Premiere-Chef Georg Kofler.

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So soll Oschmann, der unter anderem die Privatradios Charivari in München und Nürnberg betreibt, Kopka einen Kredit über 30.000 Euro gewährt haben, den er auch nicht zurückfordert. Das Geld sei „Hilfe für jemanden in Not“ gewesen, sagte er der „SZ“. Nun besteht der Verdacht, dass der Franke an mehr bayerischen Radiostationen beteiligt war, als gesetzlich erlaubt. Über seine Firma Müller Medien hält Oschmann Beteiligungen an über 60 regionalen TV- und Radiounternehmen in Deutschland und Österreich. Die Tageszeitung „Die Welt“ bezeichnete ihn schon einmal als den „kleinen Kirch“, in Anspielung auf den legendären Medien-Zaren Leo Kirch.

Oschmann gilt zudem als größter Telefonbuch-Verleger in Deutschland mit einer Auflage von rund 19 Millionen Büchern in 325 Ausgaben. Ausgangspunkt des Telefonbuch-Imperiums ist der Nürnberger Verlag Hans Müller GmbH & Co. In seiner fränkischen Heimat ist der Verleger und Rundfunk-Unternehmer exzellent vernetzt. Er sitzt unter anderem in der Industrie- und Handelskammer und hat Posten bei Kultur-Einrichtungen. Auch Kopka stammt aus Franken. Vor kurzem zog er aus Niederbayern zurück nach Hof, wo er laut „SZ“ wieder für die CSU aktiv ist. Man kennt sich, man schätzt sich.

Auch die BLM ist mittlerweile hellhörig geworden und hat von ihrem ehemaligen Medienratsschef Kopka Auskunft verlangt, ob die Kredite mit seiner früheren Tätigkeit als Medienratsschef zusammenhängen. Offenbar hat die BLM von Kopka bisher keine Antwort erhalten. Kopka leitete den Medienrat von 1985 bis 2004, außerdem war er Landtagsabgeordneter der CSU. Das Haus in der Nähe von Passau, das teilweise mit den Krediten finanziert wurde, hat er mittlerweile verkauft. Doch die Vergangenheit ruht nicht. Der bayerische Landtag will den Fall jetzt untersuchen.

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