IVW: Programmies brechen drastisch ein

Die großen Verlierer der IVW-Quartalsauflagen heißen "TV Digital", "TV Spielfilm plus" und "TV Movie". Die 14-täglichen Programmies verloren insgesamt über 600.000 verkaufte Exemplare im Vergleich zum Vorjahr. Besonders heftig der "TV Digital"-Rückgang: minus 17,4%. Außerhalb der Programmzeitschriftern verloren auch "Bild am Sonntag" und "Focus" deutlich, die größten Gewinner des Quartals waren unter den Kiosk-Titeln "LandLust" und "Glamour".

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Insgesamt überwiegen bei den am Dienstag vom VDZ vorab bekannt gegebenen IVW-Auflagen die Verlierer. Rund zwei Drittel der Publikumszeitschriften verloren im Vergleich zum zweiten Quartal 2008, nur ein Drittel legte zu. Ob dieser Trend stärker an einer tatsächlich negativen Entwicklung am Kiosk und bei den Abos liegt – oder an einem gewollten Rückgang der sonstigen Verkäufe und Bordexemplare – das müssen die endgültigen Zahlen zeigen, die in der kommenden Woche von der IVW veröffentlicht werden.

Größter Gewinner unter den Kiosk-Titeln war bei den Gesamtauflagen also zum wiederholten Male das Boom-Magazin „LandLust“. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es diesmal ein erneut großartiges Plus von 46,4% oder 147.211 verkauften Heften. Mit deutlichem Abstand folgen in der Gewinnerliste „Glamour“ und „Welt der Wunder“, die jeweils um mehr als 80.000 Exemplare zulegen konnten. Bei „Glamour“ könnte das auch am Wechsel der Erscheinungsweise auf monatlich liegen – im vergangenen Jahr kam der Titel noch 14-täglich an die Kioske, lag dementsprechend auch wesentlich kürzer pro Heft aus. Dennoch: ein schöner Gewinn für das Magazin. Ebenfalls deutlich zulegen konnten „Jolie“, dessen Verkauf Axel Springer am Mittwoch bekannt gegeben hat, sowie „inTouch“ und „Bravo“. Die komplette Top Ten der Aufsteiger sieht damit so aus:

Fettere Zahlen gibt es auf der Verliererseite. Die dramatischen 352.105 verlorenen Verkäufe für „TV Digital“ haben wir schon angedeutet. Das dicke Minus wird dabei u.a. durch auslaufende Kooperationen mit Premiere/Sky zustande gekommen sein. Früher bekamen zahlreiche Premiere-Abonnenten automatisch auch ein „TV Digital“-Abo, diese Aktion läuft aber nach und nach aus. Aber nicht nur „TV Digital“, sondern auch die „TV Spielfilm“-„TV Today“-Kombi „TV Spielfilm plus“ und „TV Movie“ verloren deutlich – um jeweils mehr als 100.000 verkaufte Hefte. Dahinter folgen im Verlierer-Ranking „Bild am Sonntag“ und „Focus“. Mehr als 20% verloren haben zudem „Frau von heute“ und die „Micky Maus“:

Unter den Neuzugängen setzte sich „OK!“ diesmal an die Spitze, dahinter folgen „TV für mich“ und „Woche heute“:

Besondere Aufmerksamkeit genießt bei den IVW-Auflagen natürlich immer das Segment der aktuellen Zeitschriften und Magazine. Daher wollen auch wir einen genaueren Blick auf dieses Segment werfen. An der Reihenfolge auf den ersten vier Plätzen ändert sich hier nichts, die „Bild am Sonntag“ bleibt trotz des Verlustes von 6,2% klare Nummer 1 vor „Spiegel“ und „stern“. Vor allem „Der Spiegel“ setzt sich von seiner Konkurrenz ab: Im Gegensatz zu „stern“ und „Focus“ konnte das Magazin sogar leicht zulegen und bleibt über der Mio.-Marke. Der „stern“ verlor 2,3%, der „Focus“ sogar 12,6%. Laut Verlagsangaben wurden hier ja die Bordexemplare und sonstigen Verkäufe deutlich abgebaut. Burda-intern besonders interessant: Mit 656.776 verkauften Heften liegt der „Focus“ nun hinter der Verlags-Schwester „Bunte“. Deutliche Gewinner finden sich auf den Plätzen 9 und 10: „InTouch“ und „in“. „Neon“ rutschte auf Platz 11 zwar aus der Top Ten, gewann aber mit 9,1% ebenfalls deutlich hinzu.

Auch der Blick auf die Top 20 der am Kiosk erhältlichen Publikumszeitschriften zeigt, dass die Zeiten für die Branche schonmal rosiger aussahen: Nur zwei der 20 Titel konnten zulegen, Spitzenreiter „TV 14“ und „Der Spiegel“ – beide jedoch nur um ganze 0,2%. Die größten Verlierer kennen wir schon: „TV Digital“ büßte 17,4% der Vorjahres-Auflage ein, der „Focus“ 12,6%:

Ergänzt um die Titel, die nicht am Kiosk erhältlich sind, also Supplements, Kunden- und Mitgliederzeitschriften, hat die Top 20 natürlich ein komplett anderes Erscheinungsbild. Hier führt der Auflagen-Gigant „ADAC Motorwelt“ mit immer noch mehr als 13,5 Mio. an die Mitglieder verschickten Heften. Die Zahl schrumpfte in den vergangenen 12 Monaten aber um 1,8% oder 243.982. Mit Abstand folgen dahinter TV-Programm-Suppplement „rtv“, „Bleibgesund Life“, die beiden „Apotheken Umschau“-Ausgaben und „Prisma“:

Bei den überregionalen Zeitungen teilt sich das Feld diesmal in drei Gewinner und drei Verlierer. Während die „F.A.Z.“, die „FTD“ und die „taz“ zulegen konnten, verloren die „Süddeutsche“, „Welt / Welt kompakt“ und „Handelsblatt“. Auch hier gilt jedoch, dass bisher keine Aussage darüber getroffen werden kann, ob es sich um Zuwächse bzw. Verluste bei der harten Auflage oder bei den Bordexemplaren handelt. Das werden die endgültigen IVW-Zahlen zeigen, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Die Zahlen der „Bild“ liegen derzeit noch gar nicht vor.

Bei den Wochen- und Sonntagszeitungen gewann „Die Zeit“ 4,4% und bleibt mit 501.524 verkauften Zeitungen auch in diesem Quartal über der 500.000-Marke, die „Welt am Sonntag“ legt immerhin um 0,2% zu und kommt auf 402.882 Verkäufe. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ eroberte sogar 10.358 neue Käufer pro Exemplar (+3,1%) und kommt der „WamS“ mit nun 344.016 verkäuften Exemplaren erneut ein Stück näher.

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