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Vodafone-Spot: Genial oder daneben?

Es ist nur eine Sekunde, doch die sorgt in der Blogsophäre für gehörigen Gesprächsstoff: Im neuen Vodafone-Werbespot sitzt ein Mann mit einer Irokesen-Frisur in einem Bus, hält ein weißes HTC Magic gegen das Ohr und spricht zu den Klängen von David Bowies "Heroes" die vier Worte "We can beat them". Es ist Alpha-Blogger Sascha Lobo, Werbeheld der neuen Kampagne "Es ist Deine Zeit". Die Blogosphäre diskutiert aufgeregt: Hat sich Lobo damit an den Kommerz verkauft? Und: Geht Vodafones Social Media-Konzept auf?

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Es ist nur eine Sekunde.  Nicht einmal. Doch die kann den Unterschied machen. Im viel gehypten neuen, eine Minute langen TV-Spot von Vodafone ist es die Sekunde 24: Ein Mann mit einer Irokesen-Frisur sitzt, eingerahmt von zwei anderen Fahrgästen, in einem Bus, hält ein weißes Smartphone gegen das Ohr, offenbar das Android-fähige HTC Magic, und spricht mehr denn er singt, zu den Klängen von David Bowies „Heroes“ die vier Worte „We can beat them“.

Das war’s. Und doch brodelt die Blogo- und Twittersphäre. Warum? Der Mann ist niemand anderer als Deutschlands Vorzeige-Blogger Sascha Lobo, der eigentliche Star der neuen Vodafone-Kampagne „Es ist Deine Zeit“. Und Lobo hat gleich seine Buddies mitgebracht:  Robert Basic, lange Zeit mit „Basic Thinking“ einer der meistgelesen Blogger der Nation, sitzt hinter Lobo – Markus Angermeier alias „Kosmar“ direkt davor. Die Bloggerin Ute Hammelmann („Schnutinger“) ist gar mit einer Film-Tochter Sekunden zuvor im Gras zu sehen.

Was bedeutet die neue Vodafone-Kampagne, weltweit mit einem Volumen von über 200 Millionen Euro immerhin die teuerste der Unternehmensgeschichte, nun für das Web 2.0 im Allgemeinen und die Blogosphäre im Besonderen?

„Blogger sind im Mainstream angekommen, der Ausverkauf der Blogosphäre hat begonnen, Vodafone dient sich bei den Digital Natives an, Sascha Lobo kann nicht singen“, wirft dagegen das Horizont-Blog „off the record“ als mögliche Interpretationsversuche ein.

Thomas Knüwer beobachtet unterdessen kritisch die zahlreichen Kommenare, die bei bei der Übertragung der Konferenz via Facebook einflossen: „Übrigens beeindruckend, wie viele Kommentare hier auflaufen. Und wie wenig die bei der PK Anwesenden davon mitbekommen. Und wie so überhaupt keiner der Redner darauf eingehen. Was beweist: Vodafone hat nicht begriffen, dass es nicht um eine „Generation Upload“ sondern eine Generation Kommunikation geht.“

„Ich glaube, dass Vodafone hier einen sehr mutigen Schritt gemacht hat“, beurteilt Blogwerk-Gründer Peter Hogenkamp die Kampagne erst einmal positiv. Der als „Don Alphonso“ bekannte Blogger Rainer Meyer hält voll dagegen: „Vodafone wird kotzen, und das mit besten Gründen. Die beteiligten Blogger werden sich gern wieder anbieten. Und die Medien werden natürlich weiter behaupten, dieser Lobo sei sowas wie das Gesicht des neuen Internets, ein Vorzeigeblogger, und er wird das vermutlich weiter ausnützen“, geht Meyer mit seinem Branchenkollegen hart ins Gericht.

Auch die Web-Gemeinde diskutiert aufgeregt über die Rolle des Alpha-Bloggers, dem heimlichen Star der Kampagne. „Man hätte im Zuge der neuen Kampagne #Vodafone auch gleich in #Lobofone umnennen können“, findet etwa die Hamburger Twitterin Tina Pickhardt, die Twitter-Lesungen veranstaltet.

Dass sich Sascha Lobo mit seinem Auftritt keinen Gefallen getan hat, finden die User einer ersten Twitter-Umfrage: 49 Prozent der abstimmenden Twitterer sind der Meinung, dass die Vodafone-Werbung dem Ansehen Lobos in der Blogosphäre schadet – nur 18 Prozent sind explizit nicht dieser Meinung. Den viel zitierten Alpha-Blogger lässt die Aufregung bislang völlig kalt. Der vorerst letzte Tweet des 34-Jährigen erschien Minuten vor der Pressekonferenz – mit einem Hinweis auf das eigene Print-Testimonial.

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