ZDF gönnt sich 30 Mio. Euro-Studio

Der Countdown läuft: Noch zehn Tage, dann schlägt das ZDF ein neues Kapitel in seiner Nachrichtenberichterstattung auf. Zumindest optisch: Ab dem 17. Juli berichtet das Moderatorenteam um News-Anchor Claus Kleber nämlich aus einem komplett neuen Nachrichtenstudio, das nicht weniger als 30 Millionen Euro gekostet hat. Bis es so weit ist, haben Steffen Seibert & Co jedoch noch einige Trainingsstunden vor sich: Das "Studio N" auf dem Mainzer Lerchenberg erfordert nämlich Ganzkörpereinsatz.

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Die Messlatte liegt hoch:  „Wir hätten die Finanz- und Wirtschaftskrise noch tiefgreifender nachrichtlich begleiten können, hätten wir das neue Nachrichtenstudio schon in Betrieb gehabt“, diktiert „heute journal“-Moderator Steffen Seibert dem Branchendienst „Kress“.

Das neue Nachrichtenstudio am Mainzer Lerchenberg ist dann auch nicht weniger als State of the Art des internationalen News-Journalismus: Elf Meter ist der Studiotisch lang, 700 Quadratmeter das gesamte Studio groß. Der Platz scheint auch nötig, will das ZDF mit aufwendigen Inszenierungen sein verstaubtes Image aufpolieren.  

In spektakulären Fahrten mit einer Roboter-Kamera und mit 3-D-Animationen will das ZDF künftig neue Maßstäbe in Sachen Nachrichtenjournalismus setzen. Zuschauer der letzten US-Präsidentschaftswahl werden sich an die bombastischen  Inszenierungen von CNN & Co erinnern, als die Berichterstattung durch interaktive Grafiken und Hologramm-Projektionen aufgewertet wurden.

Gleichzeitig bedeutet das hypermoderne Nachrichtenstudio auch ein Umgewöhnen von bekannten Moderationsmustern. „Sie müssen neu lernen, sich vor der Kamera zu bewegen“, erklärt etwa Redaktionsleiter Theveßen gegenüber der „Welt Online“. Gleichzeitig gilt für die „heute“-Moderatoren ein neuer Dresscode: So sind die männlichen Moderatoren künftig dazu angehalten, ein weißes Hemd unter dem Anzug zu tragen, während die News-Damen keinen Schmuck mehr tragen sollen.
 
„Die Zeiten von Flip Flops im Studio sind vorbei“, wird Seibert scherzend im Branchendienst „Kress“ zitiert. Vielmehr gehe es um eine „Renaissance der journalistischen Werte“, gibt Redaktionsleiter Theveßen die Parole aus. ZDF-Zuschauer werden ab Freitag nächster Woche genau hinsehen.

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