Unitymedia baut Pay-TV-Angebote aus

Der Juli wird in Deutschland endgültig zum Monat einer großen Pay-TV-Offensive. Nachdem Premiere am 4. Juli in Sky umbenannt wird und neu formierte Angebote startet, präsentiert nun auch der zweitgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber Unitymedia einen Relaunch seines Bezahlfernsehens. Die wichtigten Details: neue Sender, neue Pakete, aber auch neue, teurere Preise. MEEDIA erklärt die neuen Angebote und sagt, auf welche neuen Sender sich die Kundschaft freuen darf.

Anzeige

Bisher bot Unitymedia seiner Kundschaft in NRW und Hessen – dort ist man der dominierende Marktführer in Sachen Kabel – drei Pay-TV-Pakete an: Ein „Plus“-Paket mit 23 Sendern, ein „Extra“-Paket mit 17 Kanälen und ein „Kinder“-Paket mit 8 Sendern. Diese drei Pakete gibt es auch weiterhin in ähnlicher Form, „Plus“ und „Extra“ werden allerdings umbenannt und zum Teil anders aufgeteilt. So wechseln einige der dort vermarkteten Sender in das neue, vierte Paket „Digital TV Lifestyle“. Dort sammeln sich ab Juli 13 Sender, die sich zum Großteil eher an ein weibliches Publikum richten.

Enthalten sind in „Digital TV Lifestyle“ folgende Kanäle: Romance TV, passion, Travel Channel Germany, MTV Music, TV Gusto, RTL Living, fashion tv, Mezzo, VH-1 classic, Body in Balance, E!, Planet und e.clips.

Die Sender Romance TV, Travel Channel Germany, und e.clips werden Unitymedia-Kunden damit zum ersten Mal überhaupt angeboten.

Das bisherige „Plus“-Paket heißt ab Juli „Digital TV Family„. Enthalten sind dort: TNT Serie, Fox, History, Discovery Channel, Animal Planet, The Biography Channel, RTL Crime, kabel eins classics, Sat.1 comedy, Cartoon Network, TNT Film, AXN, gute laune TV, Kinowelt Television, National Geographic Channel, 13th Street, Sci Fi, Spiegel TV Digital, MTV Entertainment.

Das Paket schrumpft also von 23 auf 19 Sender. Grund: passion, Planet, RTL Living, tv Gusto, MTV Music, Animax und Boomerang wechseln in andere Pakete. Neu angeboten werden dafür erstmals außerhalb von Premiere/Sky der Discovery Channel und Animal Planet, sowie MTV Entertainment, das Unitymedia-Kunden bisher auch noch nicht empfangen konnten.

Auch das „Extra“-Paket wird umbenannt – in „Digital TV Sport & mehr„. Hier finden sich 14 verschiedene Sender, nämlich: auto motor und sport Channel, ESPN Classic, ESPN America, Yacht&Sail, Motors TV D, Eurosport 2, Deutsches wetter Fernsehen, Silverline Movie Channel, BBC Prime, blue Hustler, Playboy TV, sportdigital, Animax, Extreme Sports Channel.

Aus dem bisherigen „Extra“-Paket fallen also MTV Hits, VH-1 classic, Mezzo, E! und fashion tv heraus. MTV Music wird dabei gar nicht mehr verbreitet, die anderen Kanäle finden sich im neuen „Lifestyle“-Paket. Neu startet bei Unitymedia dafür der auto motor und sport channel.

Das „Kinder“-Paket, das nun „Digital TV Kinder“ heißt bleibt als einziges Angebot unverändert. Enthalten sind weiterhin die acht Sender „Boomerang, Cartoon Network, Nick Premium, Nick Jr., BabyFirst, yourfamilyentertainment, KidsCo und BabyTV.

Zusammenfassend starten also immerhin sieben neue Pay-TV-Sender bei Unitymedia, nämlich Romance TV, Travel Channel Germany, e.clips, Discovery Channel, Animal Planet, MTV Entertainment und der auto motor und sport Channel. Letzterer Sender feiert bei Unitymedia sogar seine Deutschland-Premiere. Natürlich hat der neue Spaß aber auch seinen Preis. Bisher bot das Unternehmen ein Pay-TV-Paket für 7,90 Euro an, für zwei waren 12,90 Euro fällig und für alle drei 16,90 Euro. Das neue Preisschema sieht nun 8,90 Euro für ein Paket vor, 13,90 Euro für zwei und 19,90 Euro für alle vier Pakete. Allein von der Masse sind 19,90 Euro für 55 Sender zwar nicht allzu teuer, wenn man die Preise z.B. mit Sky vergleicht, doch durch die Umstrukturierungen verlangt Unitymedia zum Teil deutlich mehr als bisher.

So schrumpfen die bisherigen „Plus“- und „Extra“-Pakete schließlich um sieben Sender und kosten im Abo dennoch 1 Euro mehr, wenn sich ein Kunde für sie entscheidet. Attraktiver wird allenfalls das Komplett-Abo, weil es für 19,90 Euro nun eben 54 Sender gibt und nicht mehr 47. Leider gibt es aber keine Möglichkeit, nur drei Pakete zu abonnieren und beispielsweise auf das „Digital TV Kinder“-Paket zu verzichten. Die Strategie dabei ist klar und der von Sky gar nicht so unähnlich. Wenn schon die Anzahl der Kunden, die sich in Deutschland für Pay-TV entscheiden, nicht massiv wächst, so soll wenigstens der Umsatz pro Kunde erhöht werden. Unitymedia-Bestandskunden können aber wohl erstmal aufatmen. An bisher gebuchten Paketen soll sich nichts ändern, die neue Struktur gilt nur für Neukunden.

Angesichts der neuen Angebote und Pay-TV-Offensiven von Sky und Unitymedia könnte man fast meinen, in Deutschland wäre im Sommer 2009 eine neue Goldgräberstimmung in Sachen Bezahlfernsehen ausgebrochen. Ob das tatsächlich so ist und die Pay-TV-Anbieter der Wirtschaftkrise trotzen können, wird sich aber erst zeigen. Skepsis ist auf jeden Fall angebracht.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige