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Umstrukturierung frisst dpa-Gewinne

Die Deutsche Presse-Agentur stellt ihre Bilanz 2008 vor: Demnach erwirtschafteten die Hamburger einen Jahresüberschuss (nach Steuern) von 2,9 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 1,5 Millionen Euro weniger. Der Umsatz stieg leicht um 0,3 Mio. Euro auf 94,1 Mio. Euro. Auf Basis dieses "wirtschaftlich erfolgreichen Geschäftsjahres 2008" will die Agentur – laut Presseerklärung – nun "die größte Umstrukturierung ihrer Geschichte eingeleitet".

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„Wir führen die Zentralredaktionen für alle Medienformen unter einem Dach zusammen. Im 60. Jahr unseres Bestehens sichert dieser Schritt die Qualität unseres journalistischen Angebots mittel- und langfristig“, sagte Chefredakteur Dr. Wilm Herlyn am Mittwoch auf der Jahres-Pressekonferenz der größten deutschen Nachrichtenagentur in Hamburg.

Die Einzelheiten der Zusammenführung der Zentralredaktionen in Berlin und die damit einhergehende Umstrukturierung der Arbeitsabläufe, stehen noch nicht fest. Sie sollen allerdings in den kommenden drei Monaten erarbeitet werden. „Wir strukturieren aktuell das Gesamtprojekt und werden dann daran gehen, das redaktionelle Feinkonzept zu erstellen“, sagte Herlyn. In alle Planungen sei der designierte dpa-Chefredakteur Wolfgang Büchner einbezogen. Er werde am 1. Juli 2009 seine Arbeit zunächst als stellvertretender Chefredakteur der Agentur beginnen und Herlyn zum Jahreswechsel ablösen. Der Vorsitzender der Geschäftsführung, Malte von Trotha, beziffert die Kosten und Investitionen für das Projekt auf einen höheren einstelligen Millionenbereich. Weiter sagte er, dass sich die Immobiliensuche ist auf einem guten Weg befinde. Einen festen Umzugstermin gibt es noch nicht, er soll jedoch in der ersten Jahreshälfte 2009 liegen.

„Wir setzen den Weg vom klassischen Nachrichtenanbieter zum umfassenden Dienstleister rund um Informationen fort“, sagte von Trotha. Für einen erfolgreichen Umbau der Agentur nimmt das Management sogar in Kauf, dass man das laufende Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis abschließe. „Das ist ein temporärer Effekt, den wir gut verdauen können, denn er sichert die dpa für die Zukunft“, sagte der Geschäftsführer.

Für das laufende Geschäftsjahr blicken die Hamburger auf eine stabile Marktsituation, trotz des Verlustes des Großkunden „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“: „Das Verhalten der WAZ ist singulär geblieben. Auf der gestrigen Gesellschafterversammlung gab es eine breite Zustimmung zum aktuellen Kurs der dpa“, sagte Geschäftsführer Michael Segbers. „Unsere Marktabdeckung liegt seit 60 Jahren stabil zwischen 100 und aktuell rund 95 Prozent. dpa ist sicher das einzige privatwirtschaftliche Unternehmen, das sich bei solchen Zahlen dem Vorwurf ausgesetzt sieht, in einer ‚Krise‘ zu stecken.“

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