„MM“: Bertelsmann will eine Milliarde sparen

Die Sparziele sind offenbar weit ehrgeiziger als bisher bekannt: Nach einem Bericht des "Manager Magazins" soll das Kostensenkungsprogramm bei Bertelsmann Einsparungen von bis zu einer Milliarde Euro ermöglichen. Bislang wurden mehrere hundert Millionen Euro veranschlagt. Zudem berichtet das Magazin, dass der Konzern nach dem Verkauf seiner BMG-Anteile 2006 zurück ins Musikgeschäft drängt. Dies berichtet die Zeitschrift, an der Bertelsmann über G+J beteiligt ist, in ihrer am Freitag erscheinenden Ausgabe.

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Laut „Manager Magazins“ werden derzeit entsprechende Möglichkeiten geprüft. Als eines von mehreren Übernahmezielen gilt das Archiv des in der Wirtschaftskrise schlingernden Musikmultis EMI. Die Finanzierung will sich Bertelsmann allerdings teilen. So soll der US-Finanzinvestor KKR 200 Millionen Dollar beizusteuern, darüber hinaus laufen Verhandlungen über einen Bankkredit von 300 bis 500 Millionen Dollar. Das Medienhaus selbst würde seine eigenen – wenigen – Musikrechte mit einbringen, die nach dem Verkauf des BMG-Pakets für 1,63 Milliarden Euro beim Konzern verblieben sind. Diese sollen intern mit rund 120 Millionen Euro bewertet worden sein.
Überraschend ist auch die Höhe der Einsparungen, über die der bei unternehmensnahen Kreisen bestens verdrahtete „Manager Magazin“-Autor Klaus Boldt spekuliert. Nachdem Konzernchef Hartmut Ostrowski Anfang Mai im Interview mit der „FAZ“ bereits ein Sparpotenzial von „mehreren hundert Millionen Euro“ genannt hat, scheinen die Vorgaben aus Gütersloh an die Tochterunternehmen nun noch ehrgeiziger zu sein. Für TV-Marktführer RTL sowie das Hamburger Medienhaus Gruner + Jahr dürfte dies bedeuten, dass die Sanierungsmaßnahmen nochmals verschärft werden müssen.
Neben einer milliardenschweren Schuldenlast, die auf dem Weltkonzern lastet, war Bertelsmann im ersten Quartal 2009 im laufenden Geschäft in die roten Zahlen gerutscht.

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