Brash.de: Burda startet Glam für Männer

Was bei Frauen läuft, sollte doch auch bei Männern gehen: Das hofft zumindest Burda und verpasst seiner weiblichen Erfolgsplattform Glam.de mit Brash.de jetzt ein maskulines Pendant. Das Männer-Portal geht am Donnerstag online. Wie das neue Content- und Vermarktungs-Netzwerk funktioniert und ob es überhaupt eine echte Zielgruppe Namens Mann gibt – dazu nehmen Glam-Deutschland-Chef Ralf Hirt und der DLD-Geschäftsführer Marcel Reichart im MEEDIA-Interview Stellung.

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Wir wollen über Brash.de reden. Was steckt überhaupt dahinter?
Ralf Hirt
: Brash ist unser neues vertikales Content-Netzwerk. So wie sich Glam.de an Frauen richtet, soll Brash die Zielgruppe Mann abdecken.
Den Glam-Ableger Brash gibt es bereits in den USA?
Hirt
: Ja, und in England. So wie wir vor elf Monaten Glam nach Deutschland brachten, starten wir jetzt auch Brash hierzulande.
Was heißt Brash?
Marcel Reichart
: Am besten übersetzt man das mit „forsch“.
In der Funktionsweise soll Brash dann wohl arbeiten wie Glam. Heißt: Mittlere und kleine Webseiten werden unter einem gemeinsames Vermarktungsdach gebündelt?
Hirt
: Grundsätzlich geht es erst einmal um Content für Männer im Premium-Bereich. Auf der Inhalte-Seite aggregieren wir Angebote zu Themen wie Auto, Sport, Leben oder Gesellschaft. Das Geschäftsmodell von Glam ist ein Mix aus mehreren konventionellen Web-Konzepten.
Wie zum Beispiel.
Hirt: Zum einen ist Glam ein so genanntes Web-Hub, das die Inhalte vieler kleiner und mittlerer Angebote bündelt und übersichtlich darstellt. Darüber hinaus bilden wir mit unseren Partnern das Glam Universe für die Vermarktung.
Reichart: Durch den Zusammenschluss der vielen Special-Interest-Angebote können wir zielgruppenorientiert trotzdem eine große Reichweite verkaufen. Beides wird für große Markenartikler immer wichtiger.
Hirt: Drittens ist Glam auch noch ein Technologie-Unternehmen, mit einem wichtigen Standbein im Silicon Valley.
Brauchen Sie für dieses Konzept eine eigene Redaktion?
Reichart: Nicht im klassischen Sinne. Es gibt ein Team von „Editors“. Dessen Aufgabe ist nicht die Produktion von Content, sondern vielmehr die Inhalte der einzelnen Partner zu koordinieren.
Brash gibt es bereits in den USA. Wie groß ist das Netzwerk denn dort?
Reichart: Obwohl Brash erst im dritten Quartal 2008 gestartet ist, kommt es auf rund 10 Millionen Unique Visitors. Das sind rund 20 Prozent der Größe, die Glam gerade hat.
Gibt es überhaupt diese Zielgruppe Mann, wie sie Brash erreichen will?
Reichart: Ganz sicher ja. Wenn man sich die Geschichte von Glam ansieht, dann ist das Unternehmen immer in Felder vorgestoßen, in denen bislang niemand genügend Reichweite und Zielgruppen realisierte. Genau diesen Effekt beobachten wir auch gerade bei Brash. Aber Sie haben schon recht. Das Männer-Segment ist viel fragmentierter als bei den Frauen.
Zum Start sind Angebot wie Carmondo oder Abgeordnetenwatch.de dabei. Bietet Brash vielen Männer-affinenen Web2.0-Angebote, die vor rund zwei Jahren an den Start gingen und es dann im Markt doch nicht richtig geschafft haben, die Chance, vermarktungstechnisch nun doch noch unterzukommen?
Hirt: Im gewissen Sinne ja. Bei Carmondo ist es jedoch etwas anders. Die Carmondo-Mutter Sixt ist im Autobereich unser Premium-Partner. Wir bieten die Möglichkeit die Markenstärke von Sixt mit unserer Technik zu matchen.
Gibt es in Deutschland überhaupt einen Konkurrenten. Mir fällt keine große Webseite ein, die auf Männer-Lifestyle spezialisiert ist?
Hirt: Mir auch nicht.
Reichart
: Das ist in den USA nicht anders.
Hirt: Und trotzdem oder gerade deshalb ist Brash dort jetzt schon eine Erfolgsgeschichte und bald auch hier.

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