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iPhone im Dauertest: Der Flipcam-Killer

Es ist so weit: Seit Freitag ist das iPhone 3G S erhältlich. Mit einer höheren Geschwindigkeit, einer längeren Batterielaufzeit, einer verbesserten Kamera und vor allem der Videoaufnahme-Funktion weckt das neue iPhone beim Kunden Begehrlichkeiten. Doch wie gut ist Apples vermeintlicher Alleskönner tatsächlich? MEEDIA-Autor Nils Jacobsen machte den Praxistext und war vor allem von der Videokamera begeistert. Auch die reguläre Kamera schießt weitaus schärfere Bilder, als das eine Megapixel mehr vermuten lässt.

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Es ist so weit: Seit Freitag ist das iPhone 3G S erhältlich. Mit einer höheren Geschwindigkeit, einer längeren Batterielaufzeit, einer verbesserten Kamera und vor allem der Videoaufnahme-Funktion weckt das neue iPhone beim Kunden Begehrlichkeiten. Doch wie gut ist Apples vermeintlicher Alleskönner tatsächlich? MEEDIA-Autor Nils Jacobsen machte den Praxistext und war vor allem von der Videokamera begeistert. Auch die reguläre Kamera schießt weitaus schärfere Bilder, als das eine Megapixel mehr vermuten lässt.

Thank God it was iDay: Pünktlich zum Launch am vergangenen Freitag lag es tatsächlich auf meinem Schreibtisch, das iPhone 3G S. Einmal die aus den Vorjahren bereits bekannte schicke Apple-Box geöffnet, macht sich zunächst eine kleine Enttäuschung breit: Das neue iPhone sieht tatsächlich aus wie das alte – was immer noch großartig ist, schließlich kommt im Design keiner an Apples Kulthandy vorbei. Und doch: Was ist aus dem bunten Anstrich geworden, der vielfach kolportiert und auch bei der dritten iPod-Generation eingeführt wurde?  

Es fehlt ebenso wie eine neue Namensgebung. iPhone 3G S – das klingt im Grunde nicht nach Apple, es klingt nach einem Mini-Schritt im Rahmen einer langjährigen Upgrade-Strategie wie man sie eher von Microsoft als vom Kultunternehmen aus Cupertino kennt.

Doch dieser betonte Minimalismus täuscht. Unter der Oberfläche hat das neue iPhone nochmals Verbesserungen erfahren, die begeistern, wie ich gleich beim ersten Test am Freitag feststellte. Anlass: Judith Hermanns „Alice“-Lesung im Hamburger „Übel & Gefährlich“. Im Praxiseinsatz fallen vier ganz große Verbesserungen auf:

1. Akku hält länger

Das vermutlich größte Ärgernis aller iPhone-Besitzer war für zwei lange Jahre die Batterieleistung. Das Problem liegt in der Natur der Sache: Das iPhone ist das ultimative Multimedia-Handy, dessen populärste Anwendung, das mobile Browsen im Internet, ebenso enorm an der Kapazität des Akkus zehrt wie der Einsatz der Kamera.

Tatsächlich jedoch ist die Verbesserung beim neuen iPhone schon nach dem ersten Laden sichtbar – es hält deutlich länger als erwartet. Auch nach intensivem Einsatz der  Foto- und Videokamera, des Sprachmemos, Surfen im mobilen Web hatte das neue iPhone nach der Lesung noch mehr als die Hälfte der Akkuleistung übrig, während sich das alte iPhone nach intensiver Nutzung auch ohne Videofunktion nach 90 Minuten schon wieder dem roten Bereich annähert.

2. Geschwindigkeit schneller

„S is for Speed“, erklärte Marketing-Chef Phil Schiller vor zwei Wochen bei der Präsentation des neuen iPhone 3G S. Und tatsächlich: Der Name ist keine Mogelpackung – das neue iPhone gewinnt durch seine Geschwindigkeit merklich an Benutzerfreundlichkeit. Wer das alte gegen das neue iPhone antreten lässt, wird etwa beim Aufrufen der MEEDIA-Website eine 30- bis 40 Prozent schnellere Ladezeit bemerken. Das ist zwar noch keine WLAN-Qualität, aber dicht dran.

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3. Fotos schärfer

Noch auffälliger ist jedoch Unterschied bei der viel bemängelten Fotokamera, die im vergangenen Jahr unverständlicherweise nicht gegenüber dem Vorgängermodell aufgewertet wurde. Dieses Jahr kam ein Megapixel hinzu – doch was für einen Unterschied dieser macht! Hier ein Bild am Rande der Hamburger Alster mit dem alten und eins mit dem neuen iPhone.
 
So weit, so gut. Zusammen mit den Software- Updates „Copy & Paste“ und MMS sind das „beeindruckende Verbesserungen“, wie etwa „Wall Street Journal“-Tech Reporter Walt Mossberg feststellt.  

4. Videos – ein Killerfeature

„Bitte schalten Sie Ihre Handys aus“, sagt  NDR-Kulturredakteurin Ulrike Sárkány zu Beginn von Judith Hermanns „Alice“-Lesung, die von den letzten Dingen handelt. Es klingt wie eine Drohung.  Eine unnötige: Denn wer ein iPhone besitzt, kann das tun – und trotzdem die Lesung aufzeichnen mittels des Sprachmemos.

Das eigentliche Killer-Feature, das alleine als Kaufargument für das iPhone reichen würde, ist damit noch nicht beschrieben. Es ist die integrierte Videokamera: „Das neue iPhone ist der Flip Cam-Killer“, folgert das vom früheren Internetaktien-Analysten Henry Blodget gegründete Technologieportal „Alley Insider“ dann auch euphorisch. „Es ist zwar nicht das schärfste Video, das geschossen wurde. Aber es läuft ziemlich glatt“, findet der Technologieredakteur Dan Frommer. „Und das ist genug, um die Leute davon abzubringen, einen eigenen Camcorder zu kaufen“.

Es stimmt tatsächlich – vor allem die Handhabe begeistert. Lediglich ein Fingerwisch bei der Kamera rechts unten, und das iPhone stellt auf Video-Modus um. Die Aufnahme selbst ist so einfach wie ein Foto selbst. Noch besser – und das ist der eigentliche Clou –: Die Distribution ist kinderleicht. Ein Klick, und das in .mov komprimierte Video kann per eMail oder MMS versendet – oder, was noch wichtiger ist, zu YouTube hochgeladen werden.   

Die Folge ist absehbar: So wie der iPod die Umgang mit MP3 salonfähig machte, dürfte das neue iPhone dem Videoportal YouTube einen enormen Schwung verleihen. Dass dabei auch eine Menge grenzwertiges Material, das mal ebenso en passant, in der Disco oder sonst geschossen wird, den Weg ins Web finden wird, ist die andere Seite der Medaille im Zeitalter der Social Networks. Fest steht: Das iPhone 3G S wird das Webvideo als Mitteilungsform bald so salonfähig machen wie die vorigen Generationen den Tweet.

Fazit: Das iPhone 3G S ist das mit Abstand formvollendeste, intuitivste und funktionalste Smartphone unserer Tage. Die Neuversion ist ein klarer Kauf für Neukunden – und eine harte Entscheidung für Bestandskunden, denn tatsächlich ist der Sprung von3G auf 3G S das Geld wert. Wenn da nicht die Sache mit der happigen Ablöse und dem Wegfall des Multi-SIM bei T-Mobile wäre…

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