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Kulturschock: ‚Bild‘-Boy statt Seite 1-Girl

Revolution im Rotlichtbezirk der "Bild"-Zeitung: Das Seite 1-Girl mit Kultfaktor musste heute erstmals einem "Bild"-Boy weichen. Der 20-jährige Alexander aus Aachen zeigt sein Six-Pack dort, wo sonst Susi, Anja oder Maria ihre "süßen Geheimnisse" preisgeben. Vor einer Woche hatte "Bild" dazu aufgerufen, sich für den Job des "Bild"-Boys zu bewerben, hunderte Männer wollten es werden und 500 Euro Prämie einstreichen. Für manchen Stammleser dürfte das Experiment allerdings einem Kulturschock gleichkommen.

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Die Idee, das Seite 1-Girls – wenigstens tageweise – zu elimieren und durch einen „sexy“ Boy zu ersetzen, kam aus dem Leserbeirat der Boulevardzeitung. Allerdings auf Initiative der weiblichen Mitglieder. Diekmann und seine Mannen – immer darauf bedacht, die Leserschaft ernst zu nehmen – haben sich den Wunsch zu Herzen genommen. Immerhin erreicht „Bild“ 13 Prozent aller deutschen Frauen (laut ma 2009 Presse I).
Allerdings gehört die (mehr oder weniger) Nackte auf der Titelseite zu traditionsreichsten Konstanten von Europas größter Tageszeitung. Boulevard und Busen ist eine in der Kaufzeitungsbranche bewährte Erfolgsformel. Dabei brachte es die Ehefrau von Chefredakteur Kai Diekman, Katja Kessler, Ende der 90er Jahre zu einer Meisterschaft im Betexten der Oben-Ohne-Mädels, allen voran drallen Blondinen wie das Formel 1-„Boxen-Luder“ Katie Price. Über Leserreaktionen auf die „Bild“-Boy-Aktion ist noch nichts bekannt.

Der Groß- und Außenhandelskaufmann Alexander, ein erfolgreicher 400 Meter-Läufer, wird als erster „Bild“-Boy aller Zeiten in die Blattgeschichte eingehen. Schon morgen regiert unterm „Bild“-Bruch allerdings wieder die weibliche  Verführungskraft – und die männliche Kauflust; immerhin musste die Redaktion schon heute einige männliche Leser beruhigen, die enttäuscht auf den „Bild“-Boy reagierten. In der kommenden Woche gibt es einen zweiten Versuch mit einem Mann auf der Titelseite, danach soll die Reihe in „loser Folge“ weitergeführt werden, so eine Verlagssprecherin. Man muss es mit der Gleichberechtigung ja nicht gleich übertreiben.

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