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Gewagte Prognosen aus dem Hause PwC

Die Auguren der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) haben sich über ihre Kristallkugel gebeugt und die Studie "Global Entertainment & Media Outlook 2009 - 2013" herausgebracht. Die Berater sagen voraus, dass die Medienindustrie 2009 erstmals seit Beginn des Online-Booms schrumpft, und zwar um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dass die Medienindustrie in diesem Jahr schrumpft erscheint als Prognose nicht gewagt. Aussagen bis ins Jahr 2013 schon eher.

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Wenig überraschend sind die Gründe, die die PwC-Experten für die Medien-Schrumpfung heranführen. Es liegt, wer hätte es gedacht, an den fehlenden Anzeigen. Die weltweiten Werbe-Umsätze sinken laut der Studie im Jahr 2009 um 12,1 Prozent, während die Vertriebserlöse mit einem Minus von 1,2 Prozent fast stagnieren. 2011 sollen die Medien-Umsätze weltweit dann wieder steigen. Beim Blick in ihre Kristallkugel sehen die PwC-Berater zudem, dass Konsumenten im Jahr 2013 20 Prozent ihrer gesamten Ausgaben für den mobilen und stationären Zugang zum Internet verwenden werden. Der Anteil physischer Tonträger im Musikmarkt werde von 74 Prozent im Jahr 2008 auf 43 Prozent im Jahr 2013 zurückgehen. Der Rest entfalle dann auf Downloads, so die Studie.

Für Werbe-Wachstum in den kommenden fünf Jahren sorgen laut PwC-Prognose nur die Segmente Außenwerbung, Online-Werbung und Werbung in Videospielen. Regional sei Nordamerika mit einem Minus von 7,1 Prozent in 2009 am stärksten von den Werbe-Schrumpfungen betroffen. Deutschland sei immerhin noch mit einem Minus von 5,3 Prozent dabei.

Viele Zahlen, viele schlechte Nachrichten. Man sollte solche Studien freilich nicht allzu ernst nehmen. Im „German Entertainment & Media Outlook 2007 – 2011“ sagten dieselben Experten von Pricewaterhouse Coopers voraus, dass die Werbe-Einnahmen bis 2011 kontinuierlich steigen würden. Zitat aus der alten, mittlerweile überholten Vorhersage: „Die Werbekrise ist dank der Konjunkturerholung überwunden. Die Werbeerlöse steigen in den kommenden Jahren wieder stärker als die Ausgaben der Konsumenten. Nach einem durchschnittlichen Rückgang um 2,1 Prozent in den vergangenen fünf Jahren wird der Werbeumsatz von 2007 bis 2011 voraussichtlich um durchschnittlich 4,2 Prozent pro Jahr zulegen. Absolut wachsen die Werbeerlöse von knapp 13,7 Milliarden Euro im Jahr 2006 auf rund 16,8 Milliarden Euro im Jahr 2011.“

Von der globalen Finanzkrise stand jedenfalls nichts in der Vorhersage des „Media Outlook 2007 – 2011“. Was in der Vorhersage 2009 – 2013 gefehlt hat, werden wir dann wohl erst 2013 erfahren.

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