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Ippen verlangt dpa-Satzungsänderung

Vom Kritiker zum Vorkämpfer: Für sechs Woche ließ Verleger Dirk Ippen bei der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“ testen, ob die Zeitung ohne dpa-Material zurechtkommt – und entschied sich dann aber pro dpa und damit für das Genossenschaftsmodell. Die "HNA" greift jetzt weiterhin auf das Material der Deutschen Presseagentur zurück. In einem Interview mit dem „Medium Magazin“ entwickelt der Verleger nun sogar eine Strategie, wie die unter Druck geratende Agentur überleben könne.

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In dem Interview fordert Ippen, dass die dpa-Gesellschafter den Weg für neue Erlösquellen öffnen sollen: „Ich plädiere dafür, dass dpa auch Geschäftsmodelle im Internet als Nachrichtenaggregator verwirklichen darf. Das ist aber nach der geltenden dpa-Satzung – wonach sie ja keine Endverbraucher beliefern darf – nicht möglich. Dazu sollten die Gesellschafter den Weg mit einer Satzungsänderung öffnen.“Die Gesellschafter der Deutschen Presseagentur sind rund 190 Verlage und Rundfunkanstalten, die in einem Genossenschaftsmodell organisiert sind. Jeder Verlag (wie beispielsweise die „WAZ“), der seinen Vertrag mit den Hamburgern kündigt und stattdessen nur noch auf die Dienste der Konkurrenten ddp oder AFP setzt, schadet sich als Gesellschafter demnach auch ein wenig selbst.  Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ hatte zum Jahresanfang den Basis-Vertrag mit der dpa gekündigt, um so mehrere Millionen Euro einzusparen. Dem Beispiel des Revier-Zeitungsverbundes folgend, startete auch Ippen Ende März einen Testversuch bei der „Hessische/Niedersächsischen Allgemeinen“. Für sechs Wochen verzichtetete die Redaktion der „HNA“ (Gesamtauflage 231.645 Exemplaren) auf das Agenturmaterial aus Hamburg. Angeblich soll die Chefredaktion in Kassel mit dem Ergebnis zufrieden gewesen sein, doch Ippen spricht sich auch weiterhin für die dpa aus – und das in seiner Verlagsgruppe (u. a. „Münchner Merkur“, „tz“). „Denn ich glaube, wir brauchen beides – also dpa und die Fähigkeit, auf dieser Grundlage etwas Eigenständiges zu machen“, zitiert das „Medium Magazin“ den Verleger.Der 69-Jährige hält die Agentur für bedingt zukunftsfähig. „So wie wir alle in unseren Häusern muss sich sicher auch dpa neu aufstellen und fragen, wo sie in den guten Jahren womöglich zu viel Ressourcen aufgebaut hat und flexiblere Strukturen und Angebote schaffen kann. Zu Beispiel weiß ich nicht, warum dpa Zeitungen, die es allein nicht mehr stemmen können, nicht auch fertige Seiten anbieten kann.“

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