Bertelsmann dementiert Massenentlassungen

Das von Vorstandschef Hartmut Ostrowski Ende April angekündigte "größte Kostensenkungs-Programm" in der Geschichte von Bertelsmann tritt in die entscheidende Phase. Bis Ende Mai wurden die zentralen Abteilungen und Stäbe der Hauptverwaltung einer Überprüfung unterzogen. Bei dem sogenannten Overhead-Projekt wurden externe Berater von McKinsey hinzugezogen. Der Brachendienst "Werben & Veraufen" vermeldet, dass bis zu 10.000 Stellen abgebaut werden könnten. Der Konzern dementiert.

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Das Unternehmen mit Sitz in Gütersloh veröffentlichte am Nachmittag ein Wording  zu den Spekulationen: „Vor dem Hintergrund der allgemeinen Wirtschaftskrise hat Bertelsmann ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm gestartet. Ziel ist es, die Ertragskraft des Unternehmens in der Krise abzusichern. Umgesetzt wird das Programm gemäß der dezentralen Struktur des Konzerns in der Verantwortung der einzelnen Firmen und Bereiche. In einigen Bereichen kann dabei auch ein Abbau von Personal nicht ausgeschlossen werden, auch wenn dies nicht im Vordergrund steht.“
Finanzvorstand Thomas Rabe hatte sich Mitte Mai in einem im Intranet des Unternehmens verbreiteten Interview zu dem Projekt geäußert. Der Branchendienst „Werben & Verkaufen“ beruft sich auf eine interne Erklärung Rabes, wonach „die Leitungs-, Stabs- und Verwaltungsstrukturen auf allen Ebenen des Konzerns effizienter“ gestaltet werden sollen. Rabe danach weiter: „Es ist das Mal, dass Bertelsmann in einer derart umfassenden und tief greifenden Form eine solche Analyse in Angriff nimmt“, erklärt Finanzvorstand Rabe.“
Laut „W & V“ sind davon neben dem Corporate Center in Gütersloh die Stäbe sämtlicher Unternehmensbereiche und diejenigen der größten Bereichs-Untereinheiten und Profit-Center betroffen. Die Optimierungsmaßnahmen könnten auch zu „Kapazitätsanpassungen“, sprich Stellenabbau führen. Im Interview mit der FAZ hatte Ostrowski unter anderem erklärt: „Wir müssen uns schlanker aufstellen.“ Wann die Ergebnisse der internen Sondierung sowie die Expertise von McKinsey vorliegen werden, ist noch nicht bekannt. Unternehmensnahe Kreise erwarten jedoch, dass die Strukturreform bis Ende des Jahres vollzogen wird.

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