„Spiegel“: Bahn-PR von Eligmann und Meiser

Das Nachrichtenmagazin legt nach: In seiner gedruckten Pfingst-Ausgabe berichtet „der Spiegel“, dass die Bahn über die PR-Agentur EPPA nicht nur Subaufträge an die Lobby-Organisationen Berlinpolis vergeben hat, sondern auch an Allendorf Media, die gezielt TV-Prominente für verdeckte Werbeauftritte gewinnen sollte. Die PR-Experten aus Köln und Berlin waren erfolgreich: So konnten sie die Moderatoren Babara Eligmann und Hans Meiser für pro Bahn-Aktionen einspannen.

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Laut „Spiegel“-Informationen mokierte sich Eligmann am 8. Juli 2007 in der „Bild am Sonntag“ über sogenannte Elefantenrennen – Laster, die nebeneinander die Autobahn blockieren: „In der Urlaubszeit ein noch größerer Horror als sonst. Rasende Lkw – wann wechseln Güter endlich auf die Schiene?“

Das Engagement von Hans Meiser dagegen kam im „Rhein-Ruhr-Magazin“, Ausgabe 04/2007, zum tragen. In einem dreispaltigen Text schrieb der ehemalige Nachmittagstalker: „Die Bahn fährt mit atemberaubenden mehr als 300 Kilometer pro Stunde, die Kartoffeln am Rande der Schnellbahnstrecken reifen dennoch, keine Jungfrau fällt wegen der rasanten Geschwindigkeit in Ohnmacht“. Weiter zitiert der „Spiegel“. „Und dennoch: Wir ärgern uns, beschweren uns und schreiben Leserbriefe, wenn wieder einmal ein Zug fünf oder gar zehn Minuten verspätet in den Bahnhof einfährt (…) Ich weiß doch als Bahnfahrer, dass die Pünktlichkeit des Zuges von vielfachen Faktoren abhängt.“

Darüber hinaus soll sich Allendorf auch um verdeckte Foren- und Blog-Beiträge gekümmert haben. Laut „Spiegel“ sollen die PR-Experten in drei Internet-Foren bezahlte Meinungsmache betrieben haben. In dem Forum „Höhere Fahrpreise sollen 350 von insgesamt 1400 Betreigen bezahlt worden sein. Auch der „Spiegel“ selbst war betroffen. In den SpOn-Foren „Die Bahn – Ständig neben der Spur?“ und „Die Bahn: nicht fit für die Börse?“ soll die Quote der plazierten Postings angeblich etwa bei einem Viertel gelegen haben.

Während mit Allendorf ein weiterer Akteur des Bahn-PR-Skandals enttarnt wurde, gab Berlinpolis-Chef Daniel Dettling eine erste Erklärung ab. „Von Berlinpolis in Auftrag gegebene Meinungsumfragen beruhen auf von Berlinpolis selbst erstellten Fragen“. Weiter besteht Dettling auf der Feststellung, keine Vertragsbeziehung zur Bahn gehabt zu haben. Die entscheidende Frage, ob seine Organisation aber über die Agentur EPPA indirekt PR-Aufträge der Bahn erhalten habe, beantwortete der Berlinpolis-Geschäftsführer jedoch nicht.

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