„Die Zeitung verschwindet, Content nicht“

Der mexikanische "New York Times"-Investor und Multimilliardär Carlos Slim, der sich an der Spitze der reichsten Männer der Welt mit Bill Gates abwechselt, glaubt nicht an eine Zukunft der Zeitung. Im Rahmen eines großen Porträts im "New Yorker" wird der 69-Jährige mit den Worten zitiert: "Wir glauben, die Zeitung wird verschwinden, nicht jedoch der Content". Außerdem erklärte Slim, er halte seine Investition in Höhe von rund 20 Millionen Dollar in den "Independent" mittlerweile für einen Fehler.

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Slim äußerte seine Reue in Zusammenhang mit dem „Stillhalte-Abkommen“, das die Independent News & Media mit ihren Gläubigern aushandelte; die Frist für die Rückzahlung von insgesamt 200 Millionen Dollar endet am 26. Juni.

Mit seinem Engagement für die „New York Times“ hingegen hadert der Multimilliardär nicht. Im Januar war er bei der New York Times Company mit 250 Millionen Dollar eingestiegen – und wurde damit der größte Gläubiger des Zeitungsverlags. „Wir glauben, das ist die beste Zeitung. Die beste Marke. … Wir glauben an Medien-Content. Wir glauben, die Zeitung wird verschwinden, nicht jedoch der Content. Der Content wird noch wichtiger werden.“

Carlos Slim, dessen verzweigtes Firmen-Imperium auf dem höchst gewinnbringenden Telekommunikations-Konzern Telmex basiert, sagte weiter: „Unser Geschäft ist es, Beförderer zu sein. Wenn ich eine Zeitung kaufen wollte, hätte ich das vor 50 Jahren gemacht.“

Wiederholt hat Slim während wirtschaftlicher Krisensituationen als Investor zugeschlagen. Insofern sei sein Engagement bei der „New York Times“ als Wette auf die langfristige Entwicklung des Journalismus zu werten.

Das komplette Porträt erscheint in der „New Yorker“-Ausgabe vom 1. Juni.

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