Silbermond: Hausverbot für Fotograf

Zensur im Musik-Biz? – Der Manager der Band Silbermond, Ulf Wenderlich, hat am vergangenen Freitag den Fotografen Peter Wafzig aus der Pressekonferenz im Vorfeld des Konzerts in Köln rausgeworfen. Begründung: Angeblich würde Laut.de "die Platten der Band böswillig runterschreiben". Unterdessen verbreiten zahlreiche Journalisten und Blogger via Twitter den Blogeintrag des ausgesperrten Fotografen. Wenderlichs Fehltritt könnte sich zu einem echten PR-Desaster ausweiten.

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Der Fotograf, der im Auftrag von laut.de unterwegs war, kontert den Rauswurf in seinem Blog und fragt: „Ist das jetzt grade Mode mit der Kommunikationsherrschaft oder was?“ In Zeiten zahlreicher Zensurdebatten ist diese Frage absolut berechtigt.  „Selbstverständlich würde ich aufgrund seines Verhaltens nie Parallelen zu längst vergangenen Regimeaktivitäten im östlichen Teil dieser schönen Republik ziehen. Aber ich wollte ihm doch schon mal die Worte ‚Pressefreiheit‘, ‚Unabhängigkeit‘, ‚freie Meinungsäußerung‘ und ‚Zensur‘ als Denkhilfe anbieten“, stichelt der Fotograf weiter.

Aus gutem Grund, denn Wafzig wurde nicht nur von der Pressekonferenz entfernt, ihm wurde sogar der zuvor ausgestellte Fotopass wieder weggenommen. Die Aktion findet jetzt im Web rege Beachtung. Den Anfang der Twitter-Lawine machte Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer, der als erster heute Vormittag auf die Geschichte verlinkte. Binnen zwei Stunden gab es über 30 Re-Tweets, die das peinliche Gebahren von Ulf Wenderlich weiter ins Web tragen.

Silbermond kommt aus dem sächsischen Bautzen und ist eigentlich für ihre enge Beziehung zu den Fans bekannt – bislang. Jetzt könnte das tadellose Image der Band Schaden nehmen, denn das Web vergisst nicht. Auch wenn der Manager sich nur einen einmaligen Fauxpas leistete, sind die Spuren der Zensuraktion noch Jahre später via Google leicht auffindbar.

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