Stefan Raab hat keine Lust auf die ARD

Nun ist das Tischtuch zwischen der ARD und Stefan Raab wohl endgültig zerschnitten. Einen Tag nachdem die ARD sich doch wieder optimistisch zu einer potenziellen Kooperation mit dem Showmaster und ProSieben geäußert hatte, zitiert "Der Spiegel" aus einem am Montag erscheinenden Interview mit Raab: "Die Entscheidungswege in der ARD sind derart kompliziert, dass sie mit unserer Arbeitsweise nicht vereinbar sind. Unser Song Contest heißt Bundesvision Song Contest."

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Raab zeigt sich damit enttäuscht über eine Schaltkonferenz der ARD-Intendanten am Mittwochnachmittag, in der keine Mehrheit für die Zusammenarbeit gefunden wurde. „Der NDR hat uns um Hilfe gebeten. Wir haben ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt“, so Raab im „Spiegel“-Interview. Damit sind nun wohl auch die Aussagen einer ARD-Sprecherin vom Donnerstag hinfällig, laut denen das Konzept von der ARD noch einmal überarbeitet würde, um doch noch ein Ja der Intendanten zu bekommen. Am Freitagnachmittag teilte der NDR zu Raabs Absage mit: „Der NDR hätte eine Zusammenarbeit mit ProSieben für den deutschen Vorentscheid des Eurovision Song Contests 2010 begrüßt. Für die Absage von Stefan Raab haben wir Verständnis. Wir müssen sie akzeptieren.“

ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber hatte die Zusammenarbeit mit ProSieben und insbesondere Stefan Raab angeregt, um wieder Schwung in die deutsche Kandidatensuche zu bringen und eventuell auch mehr Erfolg beim „Eurovision Song Contest“ zu erreichen, wo die deutschen Beiträge seit einigen Jahren auf den hinteren Plätzen zu finden sind. Raab hatte als Komponist für Guildo Horn und Max Mutze, sowie als Interpret zwischen 1998 und 2004 größeren Erfolg bei der Veranstaltung und erfand für ProSieben den frischeren „Bundesvision Song Contest“.

Laut Stefan Niggemeier, der am Mittwoch zuerst in seinem FAZ.net-„Fernsehblog“ über das Nein der Intendanten berichtete, hatten sich schon die ARD-Unterhaltungschefs nicht zu solch einer Kooperation mit ProSieben und Raab durchringen können und gaben die Entscheidung weiter an die Intendanten. Dort kam nun also offenbar das Aus. Niggemeiers Fazit: „Die ARD hat kein Problem damit, Sendeformen und Formate des Privatfernsehens zu kopieren und ihr Programm damit zuzupflastern. Aber über den eigenen Schatten springen und mit Raab eine populäre, relevante Musikshow auf die Bühne stellen, dazu kann sie sich nicht durchringen? Ein merkwürdiger Verein ist das.“
Am Freitagnachmittag äußert sich der NDR zur neuen Entwicklung. Thomas Schreiber, ARD-Koordinator Unterhaltung und Leiter des NDR Programmbereichs Fiktion und Unterhaltung, zeigte sich ernüchtert: „Der NDR hätte eine Zusammenarbeit mit ProSieben für den deutschen Vorentscheid des Eurovision Song Contests 2010 begrüßt. Für die Absage von Stefan Raab haben wir Verständnis. Wir müssen sie akzeptieren.“

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