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Millionen-Investition: ddp attackiert dpa

Frontalangriff auf die Deutsche Presseagentur? Während die dpa wegen gekündigter Dienstleistungsverträge und der Umzugspläne in der Defensive zu sein scheint, geht der kleine Konkurrent in die Vollen. Vorstand Martin Vorderwülbecke gibt bekannt, dass der Deutsche Depeschendienst mehrere Millionen Euro in das Kerngeschäft investieren wird. Zudem bestätigt Vorderwülbecke den Start von ddp-direkt. Ab September soll der neue Presseversender mit dpa-Tochter News aktuell konkurrieren.

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Die Investitionen ins Kerngeschäft sollen vor allem in die Technik und die journalistische Arbeit fließen. Ziel ist es – laut Pressemitteilung – auch „weiterhin, als moderner Anbieter im Kundensinne höchste Standards zu bieten“.

Auch die Fotosparte bringt Vorderwülbecke auf Vordermann. Die bisherige Marke dfd wird aufgelöst und durch ddp images ersetzt. Unter dem neuen Namen werden Labels a-life, dfd-stars, defd-movies und colourpress gebündelt. Die Leitung der neuen Bild-Abteilung übernehmen ab September 2009 Katharina Doerk und Ulf Schmidt-Funke. Die beiden waren davor maßgeblich am Aufbau der Pressebildagentur action press beteiligt. Die 43-jährige Doerk arbeitete acht Jahre als Chefredakteurin von action press und Mitglied der Geschäftsführung. Zweiter Geschäftsführer war der 44-jährige Schmidt-Funke.

Mit besonderem Interesse verfolgt die Branche den Start der neuen Dienstleistungs-Tochter für PR- und Kommunikation, ddp direct. Kern-Business der Firma ist das Verbreiten von Pressmitteilungen. Damit greift der Deutsche Depeschendienst in einem weiteren Segment die Deutsche Presse Agentur an. Denn bislang ist die DPA-Tochter News aktuell in diesem Bereich klarer Marktführer. Die Hamburger haben 120 Mitarbeiter und kommen – nach eigenen Angaben – weltweit auf 540.000 Redaktionskontakte.

Verantwortlich für ddp direkt zeichnet Wolfgang Zehrt. Der 44-Jährige gilt als Szene-Kenner. Er arbeitete bereits als Europa-Vorstand von directnews/Hugin und verfügt über viel Erfahrung im Marktsegment PR- und Kommunikationsdienstleistungen. „Seit der Gründung von directnews 2002 hat sich der Kommunikationsmarkt komplett verändert, auch die Kundenbedürfnisse sind ganz andere“, erklärt Zehrt seine Motivation, für die ddp-Gruppe zu arbeiten. „Die Verbreitung von Pressemitteilungen ist sicher weiterhin ein Thema, aber wir haben bereits einige ganz neue Ideen in der letzten Feinabstimmung.“

Eine letzte Personalie betrifft den Chef selbst. Denn neben seiner Position im Vorstand wird Vorderwülbecke nun ebenfalls in die Führungsriege der Nachrichtenagentur als Geschäftsführer eintreten. Schon zwischen 2004 und 2007 war er zweieinhalb Jahre als Geschäftsführer tätig. Danach schied Vorderwülbecke erste einmal aus den Unternehmen aus.
Doch im Januar feierte er ein überaschendes Comeback. Zusammen mit seinem alten Vorstandskollegen Peter Löw kaufte er die ddp. Bereits damals kündigten die neuen Eigentümer investitionen an. Den Worten lassen sie nun Taten folgen.

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